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Analyse: Kluge Schachzüge hinter Kulissen des Förderdschungels

Analyse : Kluge Schachzüge hinter Kulissen des Förderdschungels

Der erfolgreiche Kampf für das Galileum ist ein gutes Beispiel für gelungene Förderpolitik. Es sollte in Solingen Schule machen.

Als die schlechte Nachricht Anfang Mai im Solinger Rathaus eintraf, schien bereits alles verloren. Die Landesförderung für das Galileum brach wie ein Kartenhaus in sich zusammen — und ob es jemals noch einmal etwas werden würde mit dem neuen Planetarium, stand mehr als nur in den sprichwörtlichen Sternen.

Nun wäre es ein bekannter Reflex gewesen, mit dem Finger nach Düsseldorf zu zeigen, der Landesregierung die Schuld zu geben und bei der Gelegenheit gleich noch das eine oder andere parteipolitische Süppchen zu kochen. Das hätte außer ein paar Schlagzeilen zwar nichts gebracht. Doch immerhin wären so einmal mehr einige Eitelkeiten befriedigt worden. Jeder, der Teile der politischen Szene in Solingen kennt, weiß das. Zu diesen "Eingeweihten" gehört gewiss auch Stadtdirektor Hartmut Hoferichter, der deshalb einen klugen Schachzug machte. Von dem vermeintlichen Aus erfuhren lediglich einige wenige, die Stillschweigen vereinbarten. Nur auf diese Weise gelang es, hinter den Kulissen nach einem Ausweg aus dem Dschungel von Fördermöglichkeiten und -unmöglichkeiten zu suchen.

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Dass dieser jetzt mit "99-prozentiger" Sicherheit gefunden wurde, ist zwar auch den Mitarbeitern im Städtebauministerium zu verdanken, die offensichtlich vom Galileum überzeugt waren. Auf Solinger Seite gebührt das Verdienst, das Projekt gerettet zu haben, hingegen Hoferichter, seinen Kollegen im Rathaus, den Verantwortlichen der Sternwarte und auch der Bergischen Entwicklungsagentur.

Sie alle hielten dicht, weil das Planetarium zu wichtig für die Stadt ist, als dass man es auf dem Altar politischer Eitelkeiten endgültig hätte opfern dürfen. Sollte das Galileum kommen — und dafür sieht es nun wieder gut aus —, wäre das ein Beispiel gelungener Standortpolitik. Wohlgemerkt ein Beispiel, das sich andere bei zukünftigen Förderdiskussionen immer mal wieder vor Augen führen sollten.

(RP)