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Klinikum Solingen will Wartezeiten verkürzen

Aufnahme und Notfallpraxis : Solinger Klinikum will Wartezeiten verkürzen

Im größten Solinger Krankenhaus wurden 100.000 Euro für ein Zentrum für ambulante Koordination investiert. Patienten sollen so vom Notfallgeschehen in der Zentralen Notfallambulanz abgekoppelt werden.

Die Umbauzeit mutet rekordverdächtig an. In gerade mal etwas mehr als einem halben Jahr haben die Verantwortlichen des Städtischen Klinikums Solingen während der zurückliegenden Monate einen Teil des Erdgeschosses in Haus G auf dem Krankenhaus-Campus an der Gotenstraße in ein modernes Zentrum für ambulante Koordination (ZAK) samt Notfallpraxis verwandelt. Was bedeutet, dass sich die Klinikum-Mediziner und die niedergelassenen Ärzte seit kurzem noch besser um ihre Patienten kümmern können.

Dabei soll das ZAK, das einige 100.000 Euro gekostet hat, eine Lücke schließen, die in der Vergangenheit immer mal wieder zu Ärger auf allen Seiten führte. Denn fortan sind die Erwachsenen und Kinder, die mit Beschwerden sowie zwecks Behandlung ins Klinikum beziehungsweise zum Notfalldienst der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) kommen, vom Notfallgeschehen in der Zentralen Notfallambulanz abgekoppelt. Und die Patienten haben überdies den Vorteil, auch in den Zeiten der KV-Notfallpraxis mit niedergelassenen Ärzten – also mittwochs, freitags, an Feiertagen und an den Wochentagen – über einen einheitlichen Anlaufpunkt zu verfügen.

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Mit der Konsequenz, dass sich die Aufenthaltszeiten in Zukunft merklich verkürzen dürften. „Das Ziel besteht darin, die Patienten nicht mehr länger als zwei bis drei Stunden warten zu lassen, wenn sie zu uns kommen“, sagte der Medizinische Geschäftsführer des Klinikums, Prof. Dr. Thomas Standl bei der Präsentation der ZAK-Räumlichkeiten.

 Prof. Dr. Thomas Standl (Klinikum), Dr. Stephan Lenz (KV Notfalldienst) und Dr. Heike Blasberg (Ärztekammer Nordrhein) vor dem Empfang.
Prof. Dr. Thomas Standl (Klinikum), Dr. Stephan Lenz (KV Notfalldienst) und Dr. Heike Blasberg (Ärztekammer Nordrhein) vor dem Empfang. Foto: Martin Oberpriller

Gleichzeitig kündigte Standl weitere Investitionen an. So will das Klinikum im April kommenden Jahres eine neue Aufnahmestation in Betrieb nehmen. Diese wird ebenfalls im Gebäude G angesiedelt sein und unter anderem jene Patienten betreuen, bei denen eine Konsultation in der ZAK respektive bei der Notfallpraxis nicht ausgereicht hat und die sich darum einer Operation unterziehen müssen. In die Aufnahmestation, in der beispielsweise Gespräche mit operierenden Ärzten stattfinden, wird das Städtische Klinikum nach Angaben der Geschäftsführung einen Betrag von mehreren Millionen Euro investieren.

Das Koordinationszentrum selbst ist in mehrere unterschiedliche Bereiche unterteilt. So existieren neben einem geräumigen Empfang mehrere Sprechzimmer sowie Behandlungsräume, an deren Eingangstüren jeweils digitale Schilder angebracht sind, die wiederum über die aktuellen Belegungen Auskunft erteilen. Und darüber hinaus stehen den großen und kleinen Patienten zwei Wartezimmer zur Verfügung.

Die Einrichtung wurde in enger Abstimmung mit der Kassenärztlichen Vereinigung konzipiert und umgesetzt, so dass sowohl Klinikum-Mediziner, als auch die niedergelassenen Ärzte beziehungsweise Kinderärzte arbeiten können. Ganz abgeschlossen sind die Arbeiten am Zentrum für ambulante Koordination indes noch nicht. So ist vorgesehen, demnächst einen separaten Eingang etwa für Kinder mit Verdacht auf ansteckende Krankheiten zu schaffen.

 Helle Zimmer (links im Bild: der Warteraum für Kinder) sollen den Aufenthalt im Klinikum möglichst angenehm gestalten.
Helle Zimmer (links im Bild: der Warteraum für Kinder) sollen den Aufenthalt im Klinikum möglichst angenehm gestalten. Foto: Martin Oberpriller

„Wir sind auf dem Weg zur Einführung eines zeitgemäßen Fallmanagements einen Meilenstein weiter“, fasste Prof. Standl das bisher Erreichte im Städtischen Klinikum Solingen am Mittwoch zusammen. So hoffen die Verantwortlichen des Krankenhauses, dass vor allem die fachübergreifenden Aufgaben, die bisher zwischen Sekretariaten, Stationen und Funktionsbereichen koordiniert werden mussten, von nun an – auch im Sinne der Patienten – deutlich straffer organisiert werden können.