Klinikum: Solingen will schnelles Krisentreffen

Klinikum-Verbund : Solingen will Krisentreffen

Stadtspitze und große Teile der Politik halten am Verbund mit Leverkusen fest. Angestellte sind derweil verunsichert.

Die Stadt Solingen und die Mehrheit der im Rat vertretenen Fraktionen stehen weiterhin zu einem Verbund des Städtischen Klinikums mit dem Klinikum Leverkusen und wollen darum so schnell wie möglich ein Treffen mit den Verantwortlichen aus der Nachbarstadt. Das ist das Ergebnis einer Sitzung des Solinger Ältestenrates, zu der die Verwaltungsspitze um Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD), die Geschäftsführung des Klinikums sowie die Vorsitzenden der Ratsfraktionen am Freitagmorgen zusammengekommen sind.

Die Zusammenkunft im Rathaus war kurzfristig einberufen worden, nachdem die Leverkusener Seite um den dortigen Klinik-Chef Hans-Peter Zimmermann und OB Uwe Richrath (SPD) am Donnerstag vollkommen überraschend erklärt hatte, die Gespräche über einen möglichen Verbund mit der Klingenstadt zunächst einmal auf Eis zu legen. In einem Schreiben Zimmermanns an die Solinger Entscheidungsträger, das unserer Redaktion vorliegt, hatte dieser unter anderem erklärt, mit dem bisherigen Tempo bei der Ausgliederung von Teilbereichen im Klinikum Solingen eher unzufrieden zu sein.

Eine Einschätzung, die man in Solingen indes nicht nachzuvollziehen vermag. „Es gibt keine Veranlassung, den Prozess aufzuhalten“, hieß es dementsprechend im Anschluss an die Ältestenrat-Sitzung in einer gemeinsamen Erklärung von OB Kurzbach, Sozialdezernent Jan Welzel (CDU), den beiden Klinikum-Geschäftsführern Matthias Dargel und Prof. Dr. Thomas Standl sowie den Fraktionsvorsitzenden von CDU (Carsten Voigt), SPD (Iris Preuß-Buchholz), Bündnis 90 / Grüne (Martina Zsack-Möllmann, Frank Knoche) und FDP (Ulrich G. Müller).

In Solingen stehe man nach wie vor zu der angestrebten Verbundlösung. Aus diesem Grund werde man genauso weiterarbeiten, „wie es der unwidersprochen vereinbarte Fahrplan“ vorsehe. Das bedeute, „dass in Solingen am 9. Juli alle beteiligen Gremien tagen werden“. Und auch an den gemeinsamen Arbeitsgruppen und den Tarifverhandlungen solle, so die Solinger Position, festgehalten werden.

Aus diesem Grund schlagen die Verantwortlichen in der Klingenstadt vor, „dass der gemeinsame Lenkungsausschuss der Städte und Kliniken schon zu Beginn kommender Woche zusammentritt, um die aktuelle Situation zu beraten“. Man müsse jetzt „kurzfristig miteinander reden“, regten die Solinger demzufolge in der besagten gemeinsamen Erklärung an.

Tatsächlich dürfte der Bericht unserer Redaktion über die Leverkuser Entscheidung, die Verhandlungen auszusetzen, manchen in der Klingenstadt auf dem falschen Fuß erwischt haben. Denn wie nach der Tagung des Ältestenrates am Freitag aus Solinger Ratskreisen zu erfahren war, gehen die Interpretationen über die Hintergründe zurzeit weit auseinander.

„Einige gehen davon aus, dass es sich um eine bewusste Ohrfeige handelt“, sagte etwa ein Rathaus-Insider, der zudem monierte, dass das Leverkusener Schreiben an die Öffentlichkeit gelangt sei. Gleichwohl gelte es nun, den Blick nach vorne zu richten. Denn schließlich würden beide Städte von einem Verbund profitieren.

Das sehen andere allerdings anders. Die BfS erklärte zum Beispiel, „wichtige interne Prozessveränderungen seien „mit Blick auf den Verbund nicht angegangen“ worden. Vielmehr gebe es „bis jetzt in diesem nebulösen Prozess nur Verlierer“.

Die Gewerkschaft Verdi rief derweil für kommende Woche zu einer Protestaktion auf. So sollen die Arbeitnehmer darauf aufmerksam machen, dass sie mit der „Unklarheit der weiteren Entwicklung“ nicht einverstanden sind. In Solingen treffen sich die Beschäftigten am Mittwoch ab 12.15 Uhr vor dem Klinikum-Gebäude A.

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