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Solingen: Klinikum ist kerngesund

Solingen : Klinikum ist kerngesund

Als größter Arbeitgeber der Stadt schreibt das Klinikum trotz Kostendrucks weiter schwarze Zahlen und stockt sein Personal auf. Noch nie wurden so viele Patienten behandelt, hieß es bei der Bilanzkonferenz 2011.

27 176 stationäre Patienten, 148 mehr als im Vorjahr und damit "so viele wie noch nie", hat das städtische Klinikum im Jahr 2011 behandelt. Das berichtete Klinik-Geschäftsführer Hermann-Josef Bökmann gestern bei der Bilanz-Pressekonferenz für 2011. Auch bei den ambulant behandelten Patienten stieg die Zahl um 1158 auf insgesamt 33 395. Die Zahl der ambulanten und stationären Operationen in den 13 OP-Sälen des Klinikums erhöhte sich in dem Geschäftsjahr um 95 auf 13 253.

Bilanz Auch finanziell ist die Stadttochter auf Wachstumskurs. Mit Blick auf die Kassenlage sprach Bökmann von einer "soliden und gesunden Basis". Zwar ging der Jahresüberschuss gegenüber dem Vorjahr (1,494 Millionen Euro) auf 349 400 Euro zurück, doch schreibt das Klinikum weiter schwarze Zahlen. Für den Rückgang des Gewinns macht Bökmann gestiegene Kosten etwa in den Bereichen Personal, Materialbeschaffung sowie Energie verantwortlich. Einen Teil des Überschusses (49 446 Euro) stellt das Klinikum in die Gewinnrücklage, die sich mit 800 000 Euro Gewinnvortrag aus dem Vorjahr auf 849 446 Euro erhöht. Die Kapitalrücklage beträgt nun insgesamt mehr als 32,9 Millionen Euro. Diese Summe sei unbedingt erforderlich, um dringende Investitionen der Zukunft, etwa zum Erhalt der Bausubstanz des Klinikums, zu tätigen, betonte Bökmann. 500 000 Euro trägt die Stadttochter für das Jahr 2011 vereinbarungsgemäß zur Finanzierung des Haushaltssicherungskonzepts (HSK) der Stadt bei.

Personal Der größte Arbeitgeber der Stadt legt personell weiter zu. Die Zahl der Vollzeitkräfte erhöhte sich 2011 um 39 auf 1169. Insgesamt beschäftigt das Klinikum 1731 Mitarbeiter. Mit rund 160 Ausbildungsplätzen ist das Krankenhaus zugleich der größte Ausbildungsbetrieb in Solingen. Die Mitarbeiter sind überwiegend im Medizinischen Dienst und in der Krankenpflege eingesetzt. Immerhin 240 von ihnen arbeiten aber auch in Eigenbetrieben wie Küche, Wäscherei, Transport- und Reinigungsdienst, die das Krankenhaus entgegen einem landläufigen Trend nicht ausgelagert hat, sondern weiter in Eigenregie betreibt. Dieses Konzept habe sich auch wirtschaftlich bewährt, betont Bökmann. Einem erkennbaren Fachkräftemangel vor allem im medizinschen Bereich —Mangelfächer sind etwa Gynäkologie oder Palliativmedizin — begegnet die Klinikleitung mit vermehrter Werbung. So wurde etwa ein neuer Imagefilm erstellt, mit dem auf der Internetseite und auf Medizin-Messen geworben wird.

Projekte Das Haus betreibt als kommunales Zentrum der Maximalversorgung derzeit bereits 16 Kliniken und Institute. Es will nach Auskunft des Medizinischen Direktors, Prof. Thomas Standl, sein Leistungsspektrum weiter ausbauen. Das interdisziplinäre Krebszentrum soll erweitert werden ebenso wie die Radiotherapie und Kooperationsprojekte mit anderen Kliniken und niedergelassenen Ärzten. Das betrifft Bereiche wie die Thorax- und Lungentherapie sowie die Kinderpsychiatrie.

Ein neuer ab 2014 geplanter Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach von Haus E soll die Funktionsfähigkeit des Traumazentrums und der Organtransplantations-Abteilungen verbessern. "Patientensicherheit ist unser Hauptthema", sagt Standl. Neben zusätzlichen Intensivbetten und Überwachungsstationen seien regelmäßige Zertifizierungen etwa für bestehende Brust- und Darmzentren sowie ein geplantes Bauchspeicheldrüsen-Zentrum wichtig.

(RP)