Solingen: Kliniken müssen rechnen

Solingen: Kliniken müssen rechnen

Anders als viele Krankenhäuser in Deutschland schreiben die Einrichtungen in Solingen noch schwarze Zahlen. Problem sind allerdings auch für sie die steigenden Kosten.

In einem Punkt sind sich die Vertreter der beiden Solinger Allgemeinkrankenhäuser einig: Die finanzielle Lage ist solide. Doch was auf die Krankenhäuser angesichts der anstehenden Tarifforderungen der Ärzte zukommt, ist eine schwer kalkulierbare Größe.

In der St. Lukas Klinik soll im März der erste Bauabschnitt zum Umbau der Zentralen Notaufnahme beendet werden. Foto: mak (Archiv)

"Unsere Gesamtsituation ist solide, ich will nicht sagen sie ist gut, ich will aber auch nicht sagen, sie ist schlecht", erklärt Hermann-Josef Bökmann, der Geschäftsführer des Solinger Klinikums. Was das Jahr 2012 allerdings bringen wird, ist von dem Ausgang der tariflichen Auseinandersetzungen zwischen den Kliniken und den im Marburger Bund organisierten Ärzten abhängig, die bereits hohe Forderungen gestellt hätten. Im Juli stehen diese Tarifverhandlungen wie in allen anderen Kliniken an. "In diesem Jahr kommt erschwerend hinzu, dass neben den Tarifverhandlungen mit dem Marburger Bund auch Tariferhöhungen im Öffentlichen Dienst anstehen", erklärt Bökmann, "das ist eine nicht bekannte Größe".

Dennoch wird das Klinikum weiter investieren, derzeit umfasst der Investitionsplan Vorhaben in einem Volumen von zwölf Millionen Euro. Das Geld wird in erster Linie in Geräte und die Sanierung der Stationen investiert. Wichtig ist dem Haus auch, die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter weiter zu verbessern, erläutert Bökmann. Unter anderem geschieht das durch Anschaffung neuer Pflegebetten und neuer Wagen für die Essensausgabe auf den Stationen.

Auch in der St. Lukas Klinik geht man mit verhaltenem Optimismus ins neue Jahr. Die Klinik gehört zum Kplus-Verbund. Dessen Pressesprecherin Cerstin Tschirner betont, dass der Verbund, der in Haan, Hilden, Solingen, Monheim, Leverkusen und Düsseldorf 24 katholische Krankenhäuser, Pflegeheime und Therapiezentren betreibt, gut aufgestellt ist. "Wir machen 170 Millionen Euro Umsatz im Jahr." Für das Jahr 2011 erwarte man ein Ergebnis leicht über null. "Wir machen keine großen Gewinne, aber auch keine Verluste."

Problem sei, dass der Marburger Bund für die Ärzte jetzt eine Gehaltssteigerung von sechs Prozent fordere. "Das wird die Nagelprobe." Die Preise auf der Erlösseite sind in allen Kliniken durch die Fallpauschalen festgelegt. "Das ist politisch so gewollt. Aber dadurch wird es immer schwerer, einen ausgeglichenen Wirtschaftsplan aufzustellen." Deutschlandweit schreibt jedes fünfte Krankenhaus rote Zahlen. Vielen droht die Schließung.

Sparen durch Zusammenschluss

Indem sich das Hildener St.-Josefs-Krankenhaus und die St.-Lukas-Klinik sowie das St.-Lukas-Pflegeheim in Solingen 1997 zum Verbund zusammenschlossen, hätten die drei Häuser bereits ihre Kosten beispielsweise durch den gemeinsamen Einkauf und eine zentrale Finanzbuchhaltung senken und eine wohnortnahe Versorgung sicherstellen wollen, sagt Tschirner. 2002 kam das Haaner Krankenhaus hinzu. Auch durch Spezialisierung versuche man, am Markt bestehen zu können, erklärt die Pressesprecherin.

In der St. Lukas Klinik in Ohligs ist derzeit der Umbau der zentralen Notaufnahme fast beendet, bereits im März soll der erste Bauabschnitt dann komplett fertiggestellt sein. Dem Bauvorhaben zugutegekommen ist der bislang ungewöhnlich milde Winter.

(RP/rl)