Solingen: Klimagutachten für das Ittertal liegt vor

Solingen : Klimagutachten für das Ittertal liegt vor

Entlang des Grünzuges sind durchaus Gewerbeflächen realisierbar. Abgewartet werden muss das Gesamtgutachten.

Noch wird es unter Verschluss gehalten beziehungsweise die Schlussauswertung vorgenommen, den Sprechern des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt, Klimaschutz und Mobilität sollen die Ergebnisse des Klimagutachtens für das Ittertal aber heute vorab im Rathaus schon einmal vorgestellt werden, bevor das Gutachten dann in der nächsten Woche in schriftlicher Form auf den Tisch kommt. Es wird aber voraussichtlich wieder die Gemüter erhitzen. Doch überraschende Ergebnisse sind nach dem mündlichen Zwischenbericht im November 2014 im Planungsausschuss von der unabhängigen Gutachterin Dr. Monika Steinrücke von der Ruhruniversität Bochum indes nicht zu erwarten.

Schon damals war erkennbar, dass zumindest teilweise Gewerbeflächen in den Gebieten entlang des Ittertals in Piepersberg-West, Fürkeltrath II, Buschfeld und Keusenhof auf Grundlage des Klimagutachtens durchaus möglich seien. "An dieser Aussage des Zwischenberichtes hat sich im fertiggestellten Klimagutachten nichts geändert", heißt es.

Was bei den Gegnern der in diesen Bereichen geplanten Gewerbeflächen, beispielsweise der Bürgerinitiative "Rettet das Ittertal", schon im November nicht gut ankam. Ratsmitglied Dietmar Gaida (Grüne) erklärte damals zudem, die Bebauung eines Kaltluftbereiches zu verhindern.

Kaltluft ist im Ittertal zwar vorhanden, doch "bei Hitzeproblemen in der City oder in Ohligs hilft die Kaltluft im Ittertal für eine Abkühlung dieser eng bebauten Siedlungsgebiete nicht weiter", betonte Steinrücke.

Ausgangspunkt der Untersuchungen von Steinrücke war ein Gutachten von 1993, auf das sich die Bürgerinitiative stets beruft und das die Wichtigkeit des regionalen Grüngebietes Ittertal hervorhebt. Vor allem als sogenannte Frischluftschneise fürs Stadtgebiet. Doch die im vergangenen Jahr durchgeführten Untersuchungen waren sehr viel detaillierter. Im Sommer hatten Steinrücke und ihr Team umfangreiche Messungen zu unterschiedlichen Stunden im Ittertal vorgenommen, auch in den bewohnten Bereichen - anders, als das 1993 erstellte Kuttler-Gutachten.

Doch selbst wenn das Klimagutachten durchaus Gewerbeflächen entlang des Ittertals als möglich erachtet, heißt dies noch lange nicht, dass diese auch tatsächlich realisiert werden. Eine exakte Bewertung kann erst vorgenommen werden, wenn voraussichtlich im Frühjahr dieses Jahres das Gesamtgutachten für das Ittertal präsentiert wird. Neben dem Klimagutachten fließen hier auch Aspekte des Biotop- und Artenschutzes mit Flächenschutz ein. Klar ist: Das Ittertal stellt eine wesentliche Verbindung des Großbiotopverbundes Burgholz und der Ohligser Heide dar, die unter ökologischen Aspekten schützenswert ist.

Und obendrein wird auch die Bezirksregierung noch ein Wörtchen mitreden mit Blick auf die geplanten Gewerbeflächen in diesem Bereich und bewerten müssen, ob der angemeldete Gewerbeflächenbedarf der Stadt überhaupt erforderlich ist.

Im Businesspark Piepersberg gibt es momentan noch rund drei Hektar an Restflächen. Zusammen mit Fürkeltrath I in Gräfrath, zudem weiteren 2,5 Hektar im Monhofer Feld in Ohligs und einigen Einzelflächen auch im Dycker Feld hat die Wirtschaftsförderung derzeit 120 000 Quadratmeter an Grundstücken, die sofort bebaubar wären. Vom durchschnittlichen Verkauf über die letzten Jahre hinweg mit im Schnitt rund 35 000 Quadratmetern könnten die verfügbaren Gewerbegrundstücke aber in etwa vier Jahren verkauft sein. Flächen wie Fürkeltrath II, Schrodtberg oder die Rasspe-Brache sind von daher in der Entwicklung.

(RP)
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