1. NRW
  2. Städte
  3. Solingen

Solingen: Kleinkunst an der Talstraße

Solingen : Kleinkunst an der Talstraße

Selbstbewusst stellen sich die Bezirksvertreter hinter ihre Festhalle und fordern den Erhalt der Veranstaltungshalle als städtische Einrichtung. Notwendig sei es aber, neue Geschäftsfelder zu erschließen, Kleinkunst zum Beispiel.

Manchmal genügen fünf Minuten, um politische Geschlossenheit zu erreichen und Druck zu erzeugen. „Wir wollen uns kurz verständigen“, unterbrach Vorsteher Marc Westkämper (CDU) die jüngste Sitzung und bat seine Kollegen der Bezirksvertretung Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid zum Abstimmungsgespräch auf den Flur des Rathauses an der Merscheider Straße. Ergebnis: Ein gemeinsamer Antrag für den Erhalt der Festhalle Ohligs als städtische Einrichtung. Die Bezirksvertretung fordert die zuständigen Ausschüsse sowie den Stadtrat auf, von einer Schließung und einem Verkauf der Festhalle abzusehen. Außerdem müsse mit dem Kulturmanagement eine Profilbildung für den Veranstaltungsort an der Talstraße entwickelt werden.

Statt Kleinkunst im Kammermusiksaal des Stadttheaters „mäßig“ zu vermarkten, könnte das nach den Worten von Klaus Blasberg (SPD) in der Festhalle besser gelingen. „Die Festhalle braucht ein Profil, das sie einzigartig macht.“ Es müssten neue Geschäftsfelder erschlossen werden und zwar nachhaltig, betonte er und sprach sich dafür aus, strategisch nach vorne zu blicken. „Wir werden von den Vereinen vor Ort nicht leben können.“ Wasser auf die sprichwörtlichen Mühlen der Bezirksvertreter schüttete unterdessen der städtische Hallenmanager Peter Assé. Mit 62 200 Euro seien die externen Einnahmen im vergangenen Jahr auf einem hohen Niveau gehalten worden. Es habe höherwertige Veranstaltungen gegeben, die viel Geld gebracht hätten. Assés Fazit mit Blick auf die Sparüberlegungen des städtischen Haushaltssicherungskonzeptes: Wenn sich die Stadt zwischen der Festhalle und dem Walder Stadtsaal entscheiden müsste, dann wäre aus wirtschaftlichen Gründen die Ohligser Veranstaltungshalle zu favorisieren.

„Das nehmen wir erfreut zur Kenntnis“, bemerkte Bezirksvorsteher Westkämper. Wolfgang Schmitz (BfS) sprach von einer „derzeit zufriedenstellenden Situation für Ohligs“. Seine Prognose: Mittelfristig werde man sich von einem Walder Stadtsaal in seiner heutigen Form verabschieden müssen. Manfred Krause (Grüne) appellierte, optimistisch in die Zukunft zu schauen. „Wir haben zwei funktionierende Hallen, die nachgefragt werden.“ Sie müssten für die Solinger erhalten bleiben. „Wir sollten uns als BV hinter unsere Festhalle stellen, das werden die Walder für ihren Stadtsaal hoffentlich auch so machen.“ Nach Krauses Worten ist man in den letzten Jahren auf einem guten Weg: Der Kostendeckungsgrad sei nach oben gegangen. Diese Anstrengungen müssten anerkannt werden. Apropos Anstrengungen: Auch für Gerd Ern (FDP) muss die Festhalle in Ohligs bestehen bleiben, um etwas Vernünftiges daraus zu machen.

(RP)