"Lumen": Kino erweitert in den Clemens-Galerien

"Lumen": Kino erweitert in den Clemens-Galerien

Das Lumen will bis Sommer einen weiteren Kinosaal bauen, der vielfältig zu nutzen ist. Die Stadt sieht darin ein "Signal" für das Center.

Monatelang tat sich so gut wie nichts. Aber jetzt kommt endlich wieder neue Bewegung in die Clemens-Galerien am Mühlenplatz. Denn wie das Kino Lumen jetzt auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt hat, soll auf der ersten Etage des großteils leerstehenden Centers in der Solinger Innenstadt bis zum Sommer ein weiterer Kinosaal entstehen.

"Wir werden eine Summe zwischen 300.000 und 350.000 Euro investieren", sagte jetzt Frank Lichtenberg als Assistent der Geschäftsführung im Lumen. So ist vorgesehen, das Ladenlokal direkt gegenüber dem Haupteingang des Kinos in einen weiteren Saal umzubauen. Nach der Fertigstellung könnten auf der Fläche, auf der früher das Reisebüro Dahmen beheimatet war, rund 30 Sitze für die Besucher zur Verfügung stehen.

Zwar gibt es noch keinen detaillierten Plan für die letztendliche Bestuhlung. Gleichwohl ist schon heute klar, dass die Verantwortlichen mit dem Saal neue Wege gehen wollen. Unter der Bezeichnung "My Private Lumen" sollen die Filmfreunde in dem zusätzlichen Raum nämlich nicht nur bekannte Filme zu sehen bekommen. Vielmehr ist es das Ziel der Betreiber, den zukünftigen Saal auch für andere Veranstaltungen zu nutzen.

Von Firmenfesten über Familienfeiern und Partys bis hin zum gemeinsamen Anschauen des eigenen Hochzeitsvideos in romantischer Atmosphäre: Den Möglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt. Selbst Netflix-Vorführungen aus dem Internet sind dank moderner Technik denkbar. Und zudem schwebt den Kino-Machern vor, Spiele der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft in ihrem neuen Saal übertragen zu lassen.

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Da die WM aber schon am 14. Juni beginnt, hat das Lumen keine Zeit zu verlieren. Aus diesem Grund sollen die notwendigen Umbauten zügig beginnen. "Zunächst muss der Eigentümer der Galerien noch einige Arbeiten erledigen. Und dann geht es auch von unserer Seite los", beschrieb Frank Lichtenberg in dieser Woche das weitere Vorgehen in der Sache.

Die Stadt Solingen begrüßte die Absicht der Kino-Verantwortlichen, Geld in die Galerien zu stecken, gestern ausdrücklich. Denn im Rathaus verbinden die zuständigen Beamten mit dem neuen Saal durchaus weitergehende Hoffnungen. "Die geplante Investition ist ein wichtiges Signal und zeigt, dass die Kinobetreiber vom Standort überzeugt sind", sagte Stadtdirektor Hartmut Hoferichter auf Anfrage. Die Entscheidung komme zum richtigen Zeitpunkt und "könnte Mietinteressenten, die noch unentschlossen sind, als Entscheidungshilfe dienen", betonte Hoferichter am Freitag.

Tatsächlich bemüht sich der Eigentümer der Galerie, der Frankfurter Geschäftsmann Jochen Stahl mit seiner Immobilien Solingen Projektgesellschaft bereits seit über einem Jahr, neues Leben in die fast in Gänze verwaiste Mall zu bringen. Allerdings erwiesen sich die meisten Anstrengungen bislang als vergeblich.

So konnte etwa noch kein Vollzug für neue gastronomische Betriebe gemeldet werden. "Diese wären natürlich ganz wichtig", unterstrich nun noch einmal Frank Lichtenberg vom Lumen. Die Stadt steht nach eigenem Bekunden in regelmäßigem Kontakt mit Jochen Stahl. Der Investor arbeite momentan an "der Umsetzung von in Aussicht genommenen Vermietungen", sagte gestern eine Rathaus-Sprecherin. Wobei viele kaum noch an ein Happy-End glauben. "Der Galerien-Besitzer kündigt immer nur an", kritisierte zuletzt beispielsweise ein Ratspolitiker, der die Hoffnung aufgegeben hat: "Das wird nichts mehr".

(or)