Solingen: Kinder wieder nah dran

Solingen : Kinder wieder nah dran

Die evangelische Kirchengemeinde Dorp baut eine neue Kindertagesstätte. 55 Kinder sollen im Sommer 2013 in den Räumen neben dem Gotteshaus "einziehen". Das Projekt leitet Unternehmer Michael Kölker.

Der kleine Finn tollt schon jetzt ausgelassen in der Baugrube. Im nächsten Sommer wird er als eins von 55 Kindern am selben Ort die fertige neue Kindertagesstätte der Dorper Kirche besuchen. Verantwortlich dafür ist Finns Großvater Michael Kölker: Der Unternehmer ist Gründer und Gesellschafter der gemeinnützigen Kita Dorp GmbH, die den Bau der Einrichtung verwirklicht.

"Als ich hörte, dass eine neue Kita geplant ist, war ich glücklich, weil ich meine Enkelkinder hier hinbringen möchte", erzählt Kölker. Die alte Kita auf dem Gelände der Dorper Kirche an der Schützenstraße war im Jahr 2006 wegen Bauschäden und Schimmel geräumt worden. Derzeit nutzt die Gemeinde noch Ersatzräume an der Klingenstraße.

"Mit dem Neubau neben der Kirche haben wir wieder den direkten Kontakt zur Gemeinde, etwa, wenn in der Kirche Veranstaltungen stattfinden", sagt Bianca Otto, zukünftige Leiterin der Einrichtung. Dies solle natürlich keineswegs bedeuten, dass nur Kinder aus der Gemeinde willkommen seien. Schließlich trage der Austausch zwischen Kindern mit unterschiedlicher Herkunft oder Religion erheblich zum Zusammenwachsen einer Gesellschaft bei, betont Pfarrerin Andrea Zarpentin.

Drei U3-Gruppen sollen an der Dorper Kirche betreut werden, darunter auch eine integrative Gruppe mit jeweils fünf behinderten und nicht-behinderten Kindern. "Es ist schon lange unser Ziel, stärker integrativ zu arbeiten", bekräftigt Zarpentin. Jeder Gruppenraum hat zwei Nebenräume. Außerdem gibt es einen Turn- und einen Therapieraum.

Neue Wege der Finanzierung

Bei der Finanzierung des Projekts geht die Gemeinde neue Wege. "Wir konnten das nicht bezahlen, deshalb haben wir uns für ein Investorenmodell entschieden", sagt die Dorper Pfarrerin. Michael Kölker, der das Unternehmen Forst Technologie an der Schützenstraße leitet, hat das Gelände gepachtet und übernimmt die Kosten von rund 1,25 Millionen Euro.

Am Bau sind ausschließlich Solinger Betriebe beteiligt. In 30 Jahren fällt das Gelände wieder an die Gemeinde zurück, die bis dahin Miete zahlt. Die ist allerdings so gestaltet, dass der Unternehmer keinen Gewinn erwirtschaftet.

Der Zeitplan ist ehrgeizig: Bis Ende September soll die Bodenplatte liegen, Anfang November soll das Gebäude bereits komplett überdacht sein. Der Startschuss für den Betrieb ist für den 1. August 2013 geplant.

"Dann bringen auch zwei ehemalige Kindergartenkinder, die ich schon getauft habe, ihren Nachwuchs hier hin", freut sich Pfarrerin Andrea Zarpentin.

Und auch Investor Michael Kölker selbst verbindet mit der Neueröffnung eine besondere Perspektive: "Im nächsten Jahr kommt mein Enkel und ein Jahr später meine Enkelin."

(RP)
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