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Solingen: Kinder freuen sich auf Kita-Neubau

Solingen : Kinder freuen sich auf Kita-Neubau

Im Frühjahr 2014 ist die Kindertagesstätte an der Cronenberger Straße 71 bezugsfertig. Stadt zahlt 30 Jahre lang Miete.

Das elterliche Wohnhaus abzureißen, das hat Franz Fischer einige Bauschmerzen bereitet. Doch er hat es schließlich veranlasst, damit an der Cronenberger Straße 71, in unmittelbarer Nähe zur Korkenziehertrasse, eine neue Kindertagesstätte errichtet werden kann — auf Wunsch der Stadt. Eigens dafür wurde eine Projektgesellschaft gegründet. "Auch die Planung war nicht einfach, es wurden 14 verschiedene Varianten erstellt", erklärte Fischer gestern bei der Grundsteinlegung für die neue Kita, "aber der Entwurf des Architekturbüros kann sich sehen lassen."

Läuft alles nach Plan, dann ist die für fünf Gruppen ausgelegte Kindertagesstätte im Frühjahr 2014, voraussichtlich im Mai, bezugsfertig. Die Kinder für den Neubau sind bereits da — derzeit insgesamt 90 an der Zahl im Alter von null bis sechs Jahren, darunter 34 Kinder unter drei Jahren. Die werden zurzeit in den ehemaligen Räumen der Carl-Ruß-Schule an der Elsa-Brandström-Straße betreut. "Die Übergangslösung funktioniert, wir haben uns dort gut eingerichtet", sagte Kita-Leiterin Cordula Hamroth, "wir freuen uns aber schon jetzt darauf, in den Neubau einziehen zu können."

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Davon war gestern außer einer betonierten Bodenplatte noch nicht viel zu sehen. Anhand von Plänen konnten einige Kinder, die bei der Grundsteinlegung mit dabei waren, aber bereits eine Vorstellung davon entwickeln, wie nächstes Jahr das zweigeschossige Gebäude aussehen wird.

"Die Außenanlage wurde von der Stadt entworfen, die Planung für den Kindergarten hatte das Architekturbüro Gerold-Tenbuhs übernommen", sagte Franz Fischer. Sein Großvater gründete 1897 eine Bauunternehmung, die sein Vater fortführte. Seit dem Jahr 2000 ist das Franz Fischer Ingenieurbüro an der Wilhelmstraße in Ohligs ansässig, die Immobilie an der Cronenberger Straße wurde seitdem wieder als Wohnraum genutzt. Mitte Mai dieses Jahres war davon aber nur noch ein Steinhaufen übriggeblieben, nachdem die Abrissbagger ihre Arbeit erledigt hatten. "Großen Wert habe ich darauf gelegt, dass ein 100 Jahre alter Baum erhalten bleibt", sagte Franz Fischer mit Blick auf das künftige Außengelände der Kita.

Bilder, Pläne, Münzen und Tageszeitungen kamen in eine Edelstahlröhre, die gestern in den Grundstein gelegt wurden — unter tatkräftiger Unterstützung einiger Kinder der künftigen Kita Cronenberger Straße. Mit dabei waren auch Oberbürgermeister Norbert Feith und Stadtdirektor Hartmut Hoferichter. "Wir haben auf dem Weg zur Erfüllung des Rechtsanspruchs auf Kita-Plätze immer wieder Grundstücke gesucht — und gleichzeitig Investoren", sagte Feith zum Bauprojekt, das eine Art von "Public Private Partnership" darstelle. Er dankte Franz Fischer für sein Engagement. Immerhin rund 2,3 Millionen Euro investiert Fischer in den Neubau, die Stadt ist Träger der Einrichtung und bindet sich vertraglich 30 Jahre lang als Mieter. Knapp 10 000 Euro an Mietkosten im Monat sind dafür fällig.

Um den Bedarf an Kita-Plätzen insbesondere im Innenstadtbereich zu decken, hat die Stadt noch ein Kita-Projekt in Reserve — ebenfalls an der Cronenberger Straße. "Eine letzte Option für den Lückenschluss", sagte Stadtdirektor Hoferichter. Zum jetzigen Zeitpunkt werde dieses Projekt beziehungsweise die Plätze aber nicht gebraucht. "Mitte März werden wir die Zahlen mit Blick auf den 1. August 2014 aktualisieren. Dann werden wir sehen, ob eine weitere Kita nötig ist", sagte Hoferichter.

(RP)