Solingen: KG Muckemau mit Karneval vom Feinsten

Solingen : KG Muckemau mit Karneval vom Feinsten

Das Programm der KG Muckemau im Konzertsaal begeisterte mit Büttenreden, Tanzvorführungen und Karnevalsmusik der Coverbands.

Fünf Stunden Karneval erlebten am Samstag die Gäste der Karnevalsgesellschaft Muckemau im voll besetzten Konzertsaal. Das von Joachim Ritter zusammengestellte Programm war abwechslungsreich und von so hoher Qualität, dass die große Gala-Sitzung mühelos mit den etablierten Veranstaltungen im Kölner Raum mithalten konnte.

Zwei Coverbands mit Karnevalsliedern, drei Tanzgruppen und drei Büttenredner traten auf, und das Solinger Prinzenpaar Michael I. und Daniela I. erhielt besonderen Beifall. Zum Schluss gab es mit der Performance der Muckemau-Ehrengarde - der Tanzgruppe Klingenstadt - einen unerwarteten Höhepunkt. Die jungen Tänzerinnen und Tänzer ließen die Karnevalisten im Saal an einer Fahrt über die legendäre Route 66 teilhaben.

Schon seit der Jahrtausendwende hatte die Muckemau die Tanz- und Showband "Happy Company" aus Grevenbroich verpflichtet, die sich immer treffend in die Darbietungen einklinkte. Wer von den Besuchern - meist in festlicher Kleidung, aber auch viele fantasievoll kostümiert - die Aktionen auf der Bühne nicht so gut verfolgen konnte, sah das Geschehen auf zwei Großbildschirmen.

"Et Rumpelstizche" nahm gekonnt die Politiker aufs Korn. Foto: Meuter Peter

Das Mottolied "Mau Mau Muckemau" sowie der Einmarsch des Elferrates eröffneten den Reigen, und als die Funken Rot-Weiß Hürth-Gleuel, das Traditions-Corps aus dem Rhein-Erft-Kreis, mit einer schier unübersehbaren Menge an Tänzerinnen, Musikern und der Männergarde die Bühne füllte, waren Singen und Schunkeln angesagt, so dass gleich die erste Rakete fällig war. Sitzungspräsident Andreas Hüppe war von der Tanzgruppe begeistert: "Man muss keinen vierfachen Salto bieten, sondern kann auch auf dem Boden der Tatsachen bleiben."

Die Tanzgruppe Klingenstadt hielt die Solinger Verbundenheit hoch, glänzte mit Hebefiguren bis zum Spagat und erhielt für ein Medley von Black-Fööss verdienten Beifall ebenso wie die Performance der Begleitgruppe des Prinzenpaares. Prinz Michael I. stellte auch eine Aufgabe: "Wir wollen aus den Solingern 100.000 Karnevalisten machen."

Burkhard Rex hatte sehr viel Freude an den Darbietungen. Viele Besucher der Sitzung hatten sich toll verkleidet. Burkhard Rex hatte sehr viel Freude an den Darbietungen. Viele Besucher der Sitzung hatten sich toll verkleidet. Foto: Meuter Peter

Prinzenführer Axel Hawranke - auch ehemaliger Prinz - steuerte nach etwas Zögern einige stimmungsvolle Karnevalslieder bei. Von den Büttenrednern nahm "Et Rumpelstilzche" vor allem aktuelle Politiker aufs Korn - von dem "Rumpelstilzchen aus Ankara" bis zur Forderung nach "kultursensiblen Integrationstoiletten". "Ne Knallkopp" trug seine oft schlüpfrigen Witze so amüsant vor, dass man aus dem Lachen nicht herauskam. Die Büttenrede der "Erdnuss" stimmte seine alten und neuen Witze ganz auf Solingen ab.

Am Ende hatte man gefühlt mehr als 100 Mal "Solig lot jonn" geschmettert und sich überlegt, dass der Begriff "Sitzung" fehl am Platze war, eher "Stehung", weil man sich immer wieder von den Plätzen erheben musste. Die Mitwirkenden erhielten von Sitzungspräsident Andreas Hüppe nicht nur die obligatorischen Karnevalsorden, sondern auch ein Fässchen Kölsch als Wegzehrung. 40 Fässer wurden im Laufe des Abends verteilt, und auch die Band "De Fetzer" aus Düsseldorf lehnte nach ihrer "kleinen Inselfahrt" das Kölsch-Bier nicht ab.

Die Stimmung im Konzertsaal war ausgesprochen gut. Foto: Meuter Peter
Die Erdnuss stimmte seine Witze ganz auf Solingen ab. Foto: Meuter Peter

Die "Altreucher" vermittelten Kölner Liedgut und holten damit die Solinger von den Plätzen. Einzig die finanzielle Bilanz trübte die unbeschwerte Gala. Muckemau-Präsident Otmar Schick: "Weil wir keinen Anteil am Catering hatten und nur auf die Eintrittsgelder angewiesen waren, schließen wir mit 5000 Euro Defizit ab." Er versicherte aber, dass die Muckemau das verkraften könne und bei den kommenden Solinger Festen mit dem Reibekuchenstand das Geld wieder hereinbekommen könne.

(RP)
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