Solingen: Keine Schließung vor dem Neubau

Solingen: Keine Schließung vor dem Neubau

Bei der Mitgliederversammlung des Kreisverbandes des Deutschen Jugendherbergswerks ging es am Samstag um die Zukunft der beiden Solinger Einrichtungen, die wohl einem Neubau weichen müssen.

Oberbürgermeister Norbert Feith legte den Finger in die Wunde: "Wir haben wunderschöne Standorte, aber das Ambiente ist immer noch so rustikal wie vor Jahrzehnten." Dass das Deutsche Jugendherbergswerk aufgrund des hohen Sanierungsstaus und der sinkenden Besucherzahlen nicht beide Solinger Jugendherbergen in Gräfrath und Burg offenhalten will, ist längst kein Geheimnis mehr. Von welchem Standort sich der Verband jedoch trennen will und wo ein möglicher Neubau entsteht, ist hingegen noch immer nicht klar.

Ob in Burg (l.) oder in Gräfrath – die Solinger Jugendherbergen gelten als nicht mehr zeitgemäß. Foto: Tinter (Archiv) / Köhlen

In Frage kommen dafür nur die beiden Stadtteile der alten Herbergen. Deren touristische Ziele sollen weiterhin ein Anreiz für Jugendgruppen und Familien sein, sich in der Einrichtung einzuquartieren. Die Beratungen über die Zukunft der Solinger Jugendherbergen werden wohl noch mindestens bis zum Frühjahr dauern.

Ein Versprechen jedoch konnte Feith, der auch Solinger Delegierter bei den Sitzungen des Landesverbandes ist, bereits abgeben: "Keine unserer Jugendherbergen wird geschlossen, bevor ein Neubau steht", sagte er auf der Mitgliederversammlung des Kreisverbandes am Samstag in den Räumen der Gräfrather Einrichtung am Flockertsholzer Weg. Unabhängig von der Entscheidung des Jugendherbergswerks verstärkt der Kreisverband seine Bemühungen, das Angebot seiner Häuser bekannter zu machen: Auch in diesem Jahr soll das Ferien(s)pass-Programm wieder Aktivitäten in den Herbergen beinhalten. Auch um Schulen und Kindergärten wollen die Einrichtungen werben.

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"Es fällt auf, dass fast nur die Real- und Gesamtschulen das Angebot nutzen, die anderen Schulformen dagegen kaum", beklagte Jochen Sweere, scheidender Vorsitzender des Kreisverbands. Auch in Kindergärten sei das Interesse gering. "Vielen ist gar nicht klar, dass man unser Gelände auch zum Spielen und anderen vielfältigen Aktionen nutzen kann, ohne hier zu übernachten", sagte Sweere.

Eine weitere wichtige Aufgabe für die Zukunft sieht der Vorstand des Kreisverbandes auch in der Mobilisierung der eigenen Mitglieder. Davon gab es Stand Ende 2010 mehr als 1500.

Bei der Versammlung passten jedoch fast alle Teilnehmer — ähnlich wie in den letzten Jahren — an einen Tisch. "Wir wollen die Leute gezielt ansprechen", sagte Werner Kirschbaum, Geschäftsführer des Kreisverbands. Dessen neuer Vorsitzender ist seit Samstag sein Sohn Stefan (31), der seit vielen Jahren unter anderem in die Jugendarbeit der katholischen Gemeinde St. Clemens eingebunden ist. Jochen Sweere hatte aus privaten Gründen angekündigt, nach 17 Jahren im Amt nicht mehr kandidieren zu wollen. Sichtlich gerührt nahm der 69-Jährige Geschenke seiner langjährigen Kollegen entgegen.

(RP)
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