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Solingen: Keine Chance für neue Umgehungsstraße

Solingen : Keine Chance für neue Umgehungsstraße

Die L 403 war 2001 ein Projekt von Hilden, Langenfeld und Solingen. Ihr Nutzen war von Beginn an umstritten.

Lang ist's her. Vor rund 17 Jahren planten die drei Städte Solingen, Hilden und Langenfeld das Gemeinschaftsprojekt Landesstraße 403 neu. Gebaut wurde aber nur der Ostring (L 403) in Hilden. Weil sich bald zeigte, dass die Erwartungen, die mit der Umgehungsstraße verbunden waren, unrealistisch waren. Gleichwohl steht die Verlängerung der L 403 bis heute im Landesstraßenbedarfsplan.

"Die Stadt Langenfeld möchte auf die Darstellung der L 403n im Regionalplan nicht verzichten", sagte jetzt Hildens Planungsamtsleiter Peter Stuhlträger. Die Stadt Hilden musste sich mit dem alten Projekt zuletzt wieder beschäftigen - im Rahmen des geplanten Ausbaus der Rastanlage Ohligser Heide West an der A 3. Die Trasse der L 403 sollte vorsorglich in der Planung berücksichtigt werden, schrieb die Stadt in ihrer Stellungnahme - auch wenn nichts dafür spricht, dass sie einmal realisiert wird.

Das sieht man im Solinger Rathaus augenblicklich ebenso. "Für uns spielt die Straße in den Planungen für die Verkehrsentwicklung derzeit keine Rolle", betonte ein Stadtsprecher in der vergangenen Woche auf Anfrage unserer Redaktion. So habe das Thema auch beim letzten Treffen mit Stadt Langenfeld nicht auf der Tagesordnung gestanden. In diesem Rahmen sei es vielmehr nur um eine bessere Anbindung der Klingenstadt an die A 3 gegangen, hieß es aus der Solinger Verwaltung.

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Dabei hatte es aber früher sehr wohl einmal Hoffnungen gegeben, die mit der L 403n im Zusammenhang standen. Beispielsweise erwartete sich Solingen kurz nach dem Jahr 2000 durchaus eine Reduzierung der Verkehrsbelastung unter anderem auf der Bonner Straße, die wiederum eine der zwei Hauptverbindungswege auf dem Weg zur Autobahn 3 ist.

Gutachter konnten das allerdings später nicht nachvollziehen. In einer Prognose aus dem Jahr 2003 kam beispielsweise der Verkehrsexperte Professor Rüdiger Küchler vom Verkehrsplanungsbüro R+T zu dem Ergebnis, dass hauptsächlich die A 3 mit der neuen Straße entlastet würde.

Ganz Ähnliches stellte auch Langenfelds Gutachter Richard Dohnen, Chef der Ingenieurgesellschaft Stolz aus Kaarst, im Jahr 2006 fest. Eine neue Verbindung würde vor allem zusätzlichen Schwerverkehr von der Autobahn nach Langenfeld ziehen - was Dohmen wiederum als Argument gegen den Bau wertete.

Der Hildener Stadtrat hatte vor mehr als 15 Jahren überdies beschlossen, Straßen nur noch dann neu oder vorhandene Straßen auszubauen, wenn "angestrebte Verbesserungen die damit verbundenen Nachteile, insbesondere für Natur und Landschaft oder die vorhandene Bebauung, wesentlich überwiegen". Damit war die Verlängerung des Ostrings für Hilden vom Tisch.

Gleichwohl steht die Verlängerung des Ostrings nach wie vor im Landesstraßenbedarfsplan mit der Nummer 403 - und der Dringlichkeitsstufe 1. "Leider", gab Planungsamtsleiter Stuhlträger jetzt noch einmal die Haltung der Stadt Hilden wieder.

2011 gab die damalige Landesregierung dem Vorhaben eine neue Priorität, weil sie Geld vom Neubau in den Erhalt des Straßennetzes umschichtete. In dieser Neubewertung wurde die L 403n in die Stufe "nach Abschluss der Planungsstufe, nachrangig planen" eingeordnet. "Die Planungsstufe ist aber "OP" - ohne Planungsaktivitäten", erläuterte Stuhlträger: "So dass der Beginn einer vorbereitenden Planung wie zum Beispiel vorbereitende Untersuchung zur Linienabstimmung - nicht absehbar sind."

Von daher habe Hilden "berechtigte Zweifel", ob der Landesstraßenbedarfsplan noch eine ausreichende Grundlage darstelle, den Bedarf der neuen Trasse zu definieren. Denn der Plan gebe vor, dass neue Straßen nur dann geplant werden dürfen, wenn das Ziel nicht mit dem Ausbau vorhandener erreicht werden kann.

(RP)