Solingen: Keine 08/15-Lösung für das Omega-Areal

Solingen: Keine 08/15-Lösung für das Omega-Areal

Fünf Projektentwickler überlegen derzeit Ideen, wie sie das innerstädtische Filetgrundstück aufwerten können. Die Stadt setzt die Investoren zwar nicht unter Zeitdruck, eine Entscheidung soll aber in diesem Jahr fallen.

Es ist das letzte große Filet-Grundstück in der Solinger Innenstadt. Nur wenige hundert Meter vom Einkaufszentrum Hofgarten entfernt sowie nahe dem Südpark und zwei Bahnhaltepunkten gelegen: Für das Omega-Gelände mit den angrenzenden Kieserling-Hallen gibt es jetzt nicht nur drei, sondern fünf Interessenten. "Wir wollen aber keine 08/15-Lösung, das würden alle später bereuen", sagt Carsten Zimmermann.

Der Abteilungsleiter Strategische Planung im Büro des Oberbürgermeisters will den Projektentwicklern und Investoren vielmehr ausreichend Zeit gewähren, um Ideen für das rund drei Hektar große Areal zu entwickeln. Seit Dezember vergangenen Jahres sind hier sogar noch zwei dazugekommen. Zuletzt hat es im vergangenen Monat Gespräche mit Investoren gegeben, man sei telefonisch aber stets in Kontakt. "Einige interessieren Teile der Grundstücke, andere wollen das Gesamtgelände entwickeln", sagt Carsten Zimmermann zum Stand der Dinge.

Am Ende des Verfahrens will die Stadt, so jedenfalls der Wunsch, mit nur einem Investor, der auch das komplette Areal kauft und entwickelt, das Geschäft abschließen. "Das Konzept ist das A und O, das muss Qualität haben", sagt Zimmermann zum entscheidenden Auswahlkriterium und ergänzt: "Um dieses komplexe Gebiet zu entwickeln, braucht es Zeit."

Liegen Ideen von den Projektentwicklern auf dem Tisch, "werden wir mit der Familie Evertz eine gemeinsame Lösung erarbeiten", sagt Zimmermann. Ziel der Stadt und der Familie Evertz ist "eine qualitativ hochwertige Nutzung - ein Mix aus Gewerbe, Wohnen, Gastronomie und Sondernutzungen" für das innerstädtische Gelände. Die Fläche, die neu gestaltet werden soll, setzt sich aus dem ehemaligen Kieserling-Areal (ohne Möbel Boss), dem Firmenparkplatz südlich der Straße Birkenweiher und dem Grundstück der früheren Stahlwarenfabrik Omega zusammen. Der Wirtschaftsförderung gehören die Omega-Fläche (rund 4550 Quadratmeter) und - gemeinsam mit der Stadt - der Parkplatz (3045 Quadratmeter). Der Rest ist in Privatbesitz (Evertz).

  • Solingen : Drei Interessenten für Omega-Gelände

Die Bereiche wurden in einem Bebauungsplan aufgenommen, den der Stadtrat vor gut zwei Jahren beschlossen hat. Darin ist eine "urbane Nutzungsmischung" mit Firmen- und Wohngebäuden, Kultur und Gastronomie vorgesehen. Daran müssen sich die Projektentwickler halten. Nicht von den Planungen betroffen sind die Evertz-Verwaltungsgebäude entlang der Straße Birkenweiher, überdies die Musikschule und die Volkshochschule.

Carsten Zimmermann ist zuversichtlich, dass für das Omega-Areal im "Laufe dieses Jahres" eine Entscheidung getroffen werden kann - auf Grundlage des 2016 durchgeführten Ideenwettbewerbs, an dem sich vier Planungsbüro beteiligt haben. Nach Abschluss des Verfahrens hatte das Kölner Planungsbüro Astoc mit seinen Ideen überzeugt.

"Die derzeitigen Interessenten kommen aus dem gesamten Bundesgebiet", sagt der Abteilungsleiter Strategische Planung im Rathaus. Er ist mit Blick auf das innerstädtische Areal sehr zuversichtlich: "Hier wird etwas richtig Gutes entstehen". Das ist zu hoffen. Denn einige Kieserling-Hallen stehen seit Jahren leer, die alte Omega-Fläche wartet ebenfalls auf eine Nutzung.

Vor drei Jahren hatte für dieses Areal das Projekt "CarKult" für letztlich (negative) Schlagzeilen gesorgt. Das Oldtimerzentrum kam bekanntlich nicht in die Gänge.

(uwv)