Kommentar: Kein Ort für falsche Symbolik

Kommentar: Kein Ort für falsche Symbolik

Um es gleich deutlich zu sagen: 200 Meter hohe Windkrafträder gehören nicht an die Sengbachtalsperre. Man braucht weder viel Fantasie noch Foto-Animationen, um sich vorzustellen, dass zwei jeweils etwa 200 Meter hohe Stahlriesen auf Hügeln das Landschaftsbild in dem Naturraum nachhaltig prägen und verändern werden.

Ihr wirtschaftlicher Nutzwert ist relativ. 3000 Haushalte können auch ohne sie sicher versorgt werden. Befürworter betonen ehrlicherweise, dass es ihnen um Symbolik geht. Sie wollen demonstrieren, dass die Energiewende auch in Solingen angekommen ist. Doch bedarf es dazu einer absehbaren Naturzerstörung und Landschaftsverschandelung, die womöglich Jahrzehnte bestehen bliebe? Windkrafträder sind Industrieanlagen, sie werden immer größer, den Kölner Dom (157 Meter) überragen sie längst. Ob sie unser Energieproblem langfristig lösen können, ist nicht ausgemacht. Die Bundesregierung ändert derzeit das EEG-Gesetz, die Unsicherheit am Strommarkt bleibt groß. Das Bergische Land ist bekannt wegen seiner Naturschönheiten. Wer Touristen und junge Neubürger ins Bergische locken will, sollte diese Naturlandschaft pflegen, aufwerten und nicht zerstören. Falsche und schädliche Symbole haben dort keinen Platz. Bernd Bussang

(RP)
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