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Solingen: Kein Abrücken vom Bürgerbüro

Solingen : Kein Abrücken vom Bürgerbüro

Interview Rainer Francke, 1. Vorsitzender des Walder Werberings, setzt auf das Engagement der Walder Bürger und die Anstrengungen, den Standort attraktiver zu gestalten. Er ist optimistisch, weil schon eine ganze Menge in Gang gekommen ist.

Interview Rainer Francke, 1. Vorsitzender des Walder Werberings, setzt auf das Engagement der Walder Bürger und die Anstrengungen, den Standort attraktiver zu gestalten. Er ist optimistisch, weil schon eine ganze Menge in Gang gekommen ist.

Wie beurteilen Sie die rege Beteiligung an der Bürgerversammlung vor zwei Wochen im Stadtsaal?

Francke Das war mehr, als wir erwartet haben. Im Vorfeld war das schwer kalkulierbar. Wichtig ist für mich, dass die Dinge, die wir besprochen haben, den Leuten ein besonderes Anliegen sind.

Wie waren die Reaktionen im Nachhinein?

Francke Schon am Abend haben uns viele Leute auf die einzelnen Punkte angesprochen. Die Stadt hatte uns zugesagt, eine Anbindung von der Korkenziehertrasse an der Brücke an die Walder Innenstadt zu schaffen. Der Weg beginnt an der Brücke über die Carl-Ruß-Straße. Wir übernehmen die Beschilderung ins Walder Zentrum. Und nach der Bürgerversammlung haben wir bereits 560 Euro an Spenden für die Schilder zusammenbekommen.

Welche Entwicklung zeigt sich im Hinblick auf die Leerstände?

Francke Wir waren bereits im Kontakt zu dem Vermieter, der für ein Jahr drei Ladenlokale mietfrei zur Verfügung stellen könnte. Auch mit anderen Eigentümern führen wir Gespräche. Am nächsten Dienstag wird ein Treffen mit der Verwaltung und dem Vorstand der Gruppe "Waldmeister" stattfinden, die Leerstände bespielen will. Dann werden wir konkrete Konzepte erörtern.

Wie kann sich Wald zwischen den Zentren Ohligs und Mitte profilieren?

Francke Zu unseren Stärken gehören die sehr gute Schullandschaft sowie die Sport- und Kulturangebote. Im Einzelhandel haben wir ein großes Maß an Individualität, wenige Filialisten. Diese Dinge müssen wir ausbauen. Für den Walder Schlauch sind andere zusätzliche Nutzungen, zum Beispiel für Kunsthandwerk oder verschiedene Veranstaltungen denkbar. Es ist eine Menge in Gang gekommen. Es gibt eine Menge privater Initiativen, zum Beispiel für Aktionen an den Theatertagen.

Was halten Sie von der zuletzt viel erwähnten ISG?

Francke Über eine Immobilien- und Standortgesellschaft haben wir schon nachgedacht, bevor das in Ohligs ein Thema wurde. Als Modell für Wald ist das sehr wichtig. Wir haben die Zusage der Verwaltung, dass es nach den Sommerferien einige Schritte in die Richtung geben wird.

Wie hat sich das Verhältnis der Werbegemeinschaften in den Stadtteilen verändert? Gibt es mehr Konkurrenz oder Kooperation?

Francke Das hat sich sehr positiv entwickelt. Wir sitzen ja auch alle gemeinsam im Initiativkreis. Natürlich gibt es in Teilbereichen unterschiedliche Interessen, aber keine negative Konkurrenz. Alle stimmen sich ab.

Wie optimistisch sind Sie, dass die Stadt das aus finanziellen Gründen geschlossene Bürgerbüro wieder öffnet?

Francke Ich bin sehr optimistisch. Wir haben der Stadt — in Absprache mit der Ohligser Werbegemeinschaft — eine kostengünstige Lösung präsentiert. Das Bürgerbüro hätte zweimal bei uns und dreimal in Ohligs geöffnet. Andreas Heibach stellt seine Räume im Stadtsaal zur Verfügung. Wenn das nicht klappt, wird es für die Stadt teurer. Dabei haben viele Politiker selber inzwischen eingeräumt, dass es ein Fehler war, das Bürgerbüro zu schließen. Seitdem hat die Fußgängerfrequenz im Walder Zentrum drastisch abgenommen. Die Wiedereröffnung des Bürgerbüros ist unser Kernthema. Davon rücken wir nicht ab.

ALEXANDER RIEDEL führte das Gespräch.

(ied)