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Karnevalisten in Solingen suchen Zugleiter

Karnevalisten in Solingen suchen Zugleiter : Rosenmontagszug droht auszufallen

Dicke Luft bei den Karnevalisten: Nach dem jüngsten Zoff bei der Mitgliederversammlung sucht der Festausschuss einen Zugleiter.

Der Festausschuss Solinger Karneval (FSK) kommt nicht zur Ruhe. Stand heute ist völlig unklar, wer den Rosenmontagszug am 24. Februar als Zugleiter anführen wird. Auch ist nicht ersichtlich, wer die Vorbereitungsarbeiten dafür im Detail erledigt.

Bei der Mitgliederversammlung in der vergangenen Woche wurde Arnd Krüger, Mitglied der Ohligser Prinzengarde Blau-Gelb, zum vorläufigen Vorsitzenden gewählt. Das war für den amtierenden Zugleiter des Rosenmontagszugs, Markus Röltgen von den Himmelsfunken, zu viel. Sofort legte er sein Amt nieder und verließ den Tagungsraum beim Wald-Merscheider Turnverein. Zu tief ist offensichtlich der Graben zwischen dem früheren Prinzen Arnd I. und Röltgen. Zu den Gründen schweigen sie sich beide aus.

Krüger berichtet, der Vorstand habe nach der Sitzung beim WMTV bereits getagt: „Wir haben beschlossen, dass es einen Rosenmontagszug geben wird.“ Dazu sei jetzt aber erst einmal die Suche nach einem neuen Zugleiter erforderlich. Mehr könne er jetzt noch nicht sagen, erklärt der Sparkassen-Angestellte. Momentan gehe es darum, im FSK wieder zusammenzurücken. Zudem wolle er sich und die anstehende Arbeit erst einmal sortieren.

Für FSK-Geschäftsführer Bernd Heuschkel ist die Sache logisch: „Da muss der Arnd Krüger jetzt selbst mitarbeiten.“ Er sei der neue Chef und müsse sich der Aufgabe stellen. Die meisten Vorbereitungen für den Zug seien bereits erledigt. Es gehe zunächst darum, noch die Kapellen für den närrischen Lindwurm zu bestellen. Er selbst sei aber genug mit Arbeit eingedeckt, um auch noch den pünktlichen Start des Rosenmontagszugs am Birkenweiher zu gewährleisten.

Heuschkel kritisiert in dem Zusammenhang auch den Ablauf der Mitgliederversammlung. Offensichtlich hätten einige der 14 im FSK vertretenen Karnevalsvereine den amtierenden Personen nicht bedingungslos vertraut. Neben Heuschkel und Krüger gehören dem Vorstand aktuell noch Kassierer Olaf Joachim von den Karnevalspiraten und Patrick Klohs von der KG Grün-Weiß Gräfrath als stellvertretender Vorsitzender an. Es wurden auch Vorwürfe laut, der Vorstand erledige seine Arbeit nicht. Bernd Heuschkel berichtet, das habe man schnell ausräumen können und den Mitgliedern dargelegt, was man mache, bereits erreicht habe.

Dazu gehört auch der Umzug für die Proklamation des Prinzenpaares Silke und André Wielpütz aus der Ohligser Festhalle in den Walder Stadtsaal. „Aus wirtschaftlichen Gründen ist das notwendig. Wir wollen zum Beispiel das Catering selbst machen.“ Ex-Zugleiter Markus Röltgen ergänzt, die Miete in der Festhalle habe sich fast verdoppelt.

Bis zum 16. Oktober gehörte Röltgen zum Vorstandsteam. Er ist verbittert. „Die Hälfte der Vereine wollte mich nicht mehr.“ Schon vor der Sitzung habe er deutlich gemacht, dass er mit Arnd Krüger keinesfalls zusammenarbeite. Zu den Gründen schweigt er sich aus. Wie auch Krüger selbst, der die Frage, worin denn das Zerwürfnis mit Röltgen begründet liege, mit „keine Ahnung“ beantwortet. Er will nach vorne blicken. Es gehe darum, dass der FSK weiter handlungsfähig bleibe. Er sieht dafür gute Chancen und ist sicher, in zwei Wochen gute Nachrichten vorlegen zu können.

Röltgen schließt allerdings eine Rückkehr auf den Posten aus – selbst dann, wenn Krüger sich wieder von seinem Amt zurückziehen sollte. Zu tief sitzt bei ihm die Wunde nach der Sitzung.