Solingen: Kandidat für den Ausbildungspreis

Solingen : Kandidat für den Ausbildungspreis

Der Stahl-Metallbau- und Schweißerfachbetrieb WST GmbH gibt auch Jugendlichen mit schulischen Defiziten eine Ausbildungschance und kooperiert seit Jahren mit einer Förderschule. Das Unternehmen von der Mangenberger Straße hat sich erneut für den Bergischen Ausbildungspreis beworben.

Auf die Ausbildung junger Menschen legt Eckardt Saueressig seit Jahren großen Wert. Und er geht in seinem Stahl-Metallbau- und Schweißerfachbetrieb WST GmbH an der Mangenberger Straße nicht den einfachen Weg, sondern gibt insbesondere auch Jugendlichen eine Ausbildungschance, die nicht mit Schulnoten glänzen, zum Teil auch gar keinen Schulabschluss vorweisen können.

Regelmäßig bietet er Praktika für angehende Konstruktionsmechaniker, Schlosser oder Metallbauer an – seit Jahren pflegt er auch eine Kooperation mit einer Wuppertaler Förderschule. "Schüler der neunten Klassen dieser Schule kommen in der Regel freitags von 15 bis 17 Uhr in den Betrieb", erzählt Eckhardt Saueressig, "wir bieten auch vier- bis sechswöchige Praktika an. Danach entscheidet sich, ob eine dreieinhalbjährige Ausbildung aufgenommen werden kann." 2013 soll aus diesem Projekt ein erster Auszubildender eingestellt werden.

Aber auch um Jugendliche, die über eine Einstiegsqualifizierung über die Arbeitsagentur zu WST gekommen sind, kümmern sich Eckhardt Saueressig und sein Partner Adrian Warkocz: "Wer sich für eine Ausbildung empfiehlt und sich engagiert, der wird nach dreieinhalb Jahren ein guter Facharbeiter", sagt Saueressig.

Die eigenen WST-Auszubildenden – derzeit vier – werden auch in die Kooperation mit der Förderschule eingebunden. Immer dann, wenn ein Lehrer mit im Betrieb ist, profitieren die WST-Lehrlinge von theoretischen Ausführungen. Auf der anderen Seite zeigen die Azubis den Schülern Praktisches wie verschiedene Schweißverfahren: "Es ist ein Geben und Nehmen", so der WST-Geschäftsführer. Und klappt es letztlich wegen fehlender Grundkenntnisse (beispielsweise Rechnen) nicht mit dem Facharbeiterbrief, kann im Betrieb immerhin die Schweißerprüfung abgelegt werden. "Wir sind ein zertifizierter Schweißfachbetrieb und haben jetzt vor, eine eigene Schweißer-Lehrwerkstatt einzurichten", erklärt Eckardt Saueressig. Das geschieht in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Düsseldorf. Schweißkenntnisse hält Eckardt Saueressig beispielsweise für Schlosser für unabdingbar: "Ein Schlosser, der nicht schweißen kann, ist wie ein Bäcker mit einer Mehlallergie", meint der WST-Geschäftsführer.

Die Ausbildungsbemühungen des Solinger Unternehmens mit seinen insgesamt 16 Beschäftigten sind vor zwei Jahren mit dem "Wir wollen: Wirtschaft für Schule"-Unternehmenspreis (2. Platz) ausgezeichnet worden. 2011 gab es ebenfalls den 2. Platz beim Bergischen Ausbildungspreis in der Kategorie für Unternehmen bis zu 50 Mitarbeitern.

Die WST GmbH hat sich auch diesmal für den Bergischen Ausbildungspreis beworben – am morgigen Donnerstag wird der Preis in Wuppertal an Unternehmen vergeben, die sich in besonderem Maße um Ausbildung verdient gemacht haben und mit ihrem Engagement beweisen, welchen hohen Stellenwert diese hat. Saueressig: "Wir rechnen uns gute Chancen auf den Preis aus."

(RP)
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