Vince Ebert: Kabarettist nimmt beim Galileum Maß

Vince Ebert: Kabarettist nimmt beim Galileum Maß

In seinem neuen Programm "Evolution" untersucht der Kabarettist Vince Ebert nicht nur, woher der Mensch eigentlich kommt, sondern er zeigt auch Bilder des Hubble-Teleskopes.

Der Diplomphysiker belegte während seines Studiums an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg als Nebenfach Astronomie. Genau der richtige Mann, um die Schirmherrschaft für das Großprojekt der Walter-Horn-Gesellschaft - das Galileum Solingen - zu übernehmen.

"Wir haben jemanden gesucht, der einen Bezug zur Wissenschaft hat, der Wissenschaft verständlich transportieren kann", sagt Dr. Frank Lungenstraß, geschäftsführender Vorstand. Eben jemanden, der anders ist, ein bisschen verrückt, so wie das Projekt selbst.

"Das ist eine total abgefahrene Idee", meint Vince Ebert über das weltweit einzigartige Vorhaben, aus einem stillgelegten Kugelgasbehälter der Solinger Stadtwerke an der Tunnelstraße in Ohligs ein Planetarium zu machen. Der Kabarettist hat sich sofort bereit erklärt, die Schirmherrschaft für das Galileum zu übernehmen.

"Galileum hört sich an wie ein seltenes Element", scherzt er. Eines seiner Ziele ist es, den Menschen die Faszination der Wissenschaft näher zu bringen. "Wir Naturwissenschaftler beschäftigen uns nicht nur mit trögen Formeln", betont er. Wissenschaft sei eine wunderbare Schule für die Neugier. Und auch für die Demut. "Wissenschaftlern wird oft Arroganz vorgeworfen, aber genau das Gegenteil ist der Fall", so Ebert, "man erkennt sehr schnell, wie unbedeutend wir doch in unserem Universum sind."

Der Kabarettist erhofft sich, dass vor allen Dingen auch junge Menschen durch das Galileum mit den Themen Technologie und Astronomie vertraut gemacht werden. "Hier wird das Thema ein bisschen anders und spektakulärer präsentiert", meint er.

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Naturgemäß kostet so ein Umbau jede Menge Geld. Deshalb wurde inzwischen ein Förderantrag gestellt. Nun hofft die Walter-Horn-Gesellschaft auf Landesmittel in Höhe von vier Millionen Euro. "Wir sind sehr zuversichtlich", sagt Lungenstraß. Doch Bedingung ist, dass die Walter-Horn-Gesellschaft einen Eigenanteil von rund 900 000 Euro aufbringt. Nun gilt es, Sponsoren zu gewinnen und Spenden zu sammeln. Dabei will auch Vince Ebert unterstützen. "Es wird hier im Jahr ein bis zwei Veranstaltungen geben, bei denen ich dann mit dabei bin", verspricht er.

Die erste Veranstaltung wird am 14. Oktober stattfinden, pünktlich zum 90. Geburtstag der Solinger Sternwarte. Wo, das steht allerdings noch nicht fest.

Wenn mit der Finanzierung alles klappt, soll das Galileum im ersten Quartal 2016 fertig werden. "Auf jeden Fall vor dem Berliner Flughafen", betont Vince Ebert mit einem Augenzwinkern.

Sandra Grünwald

(RP)
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