Solingen: Junge (14) schwebt nach Unfall in Lebensgefahr

Solingen : Junge (14) schwebt nach Unfall in Lebensgefahr

Es war das tragische Ende eines Ausflugs mit Freunden. Bei einem schlimmen Verkehrsunfall an der Stadtgrenze zu Haan sind am späten Dienstagabend zwei junge Solinger schwer verletzt worden, einer von ihnen lebensgefährlich. Der 18-jährige Fahrer eines Daihatsu Sirius hatte auf der Itterstraße auf Haaner Gebiet die Kontrolle über den Wagen verloren. Das Auto geriet daraufhin auf die Gegenfahrbahn, prallte gegen Bäume und rutschte eine Böschung herab.

Während der Zustand des Fahrers, der erst kurz seinen Führerschein hatte, inzwischen wieder stabil ist, schwebte der 14-jährige Beifahrer gestern weiter in Lebensgefahr. Ärzte kämpften in der Lukas Klinik um das Leben des Jungen. Dabei war es noch Glück im Unglück, dass der Unfall überhaupt relativ schnell entdeckt wurde. "Freunde der Jungs, die in einem anderen Auto saßen, entdeckten das Wrack kurz nach dem Unglück und informierten die Retter", sagte gestern ein Sprecher der zuständigen Kreispolizei Mettmann.

Foto: Boris Schmidt (bss)

Zurzeit ist noch unklar, ob der 18-Jährige wegen Straßenglätte die Kontrolle über den Daihatsu verlor. "Es gibt widersprüchliche Hinweise", sagte der Polizeisprecher. So sei zum Beispiel denkbar, dass wenige Augenblicke nach dem Unfall ein Streufahrzeug die Unglücksstelle passiert habe. "Darum suchen wir dringend Zeugen, die etwas zum Zustand der Straße sagen können", so der Sprecher.

Eine vereiste Fahrbahn ist als Unfallursache nicht ausgeschlossen — zumal die Polizei gestern zu mehreren Glatteisunfällen gerufen wurde, die zum Glück aber glimpflich ausgingen. So stießen am frühen Mittwochmorgen drei Fahrzeuge auf der Kronprinzenstraße zusammen. Und am Mittag prallte ein Autofahrer gegen ein an der Mangenberger Straße abgestelltes Fahrzeug. In beiden Fällen blieb es bei Sachschäden. Insgesamt zählte die Polizei bis zum Abend fünf witterungsbedingte Unfälle mit einem Gesamtschaden von rund 10 000 Euro.

Derweil befanden sich die Mitarbeiter des städtischen Winterdienstes im Dauereinsatz. Pünktlich um 4.30 Uhr, als der erste Schneefall einsetzte, waren die Kräfte ausgerückt. Bis zum Nachmittag wurden die Hauptstraßen viermal geräumt. "Das sind Straßen, auf denen Busse fahren, oder die zum Beispiel zu Krankenhäusern führen", sagte der zuständige städtische Fachgebietsleiter Alexander Herpich. Er und seine Kollegen arbeiten das Straßennetz nach einem genau ausgeklügelten Schema ab. So werden zunächst die Hauptstraßen geräumt, ehe — wie auch gestern — Straßen der Kategorie II an der Reihe sind.

Dass es sich an einigen Stellen im Stadtgebiet dennoch staute, lag nicht an den Mitarbeitern des Winterdienstes. So kam es gestern Vormittag auf der Wuppertaler Straße in Gräfrath zu Behinderungen, weil sich ein Laster quergestellt hatte. Der Fahrer hatte zuvor ein Fahrzeug des Winterdienstes überholt, ehe er liegenblieb. Wie sich anschließend herausstellte, hatte der Lkw noch Sommerreifen aufgezogen.

Für Autofahrer dahinter bedeutete dies eine Geduldprobe. Auch Busse waren betroffen. Insgesamt hatten die Verkehrsbetriebe aber kaum Probleme. "Die Verspätungen betrugen fünf Minuten", sagte eine Sprecherin. Nur gegen 10 Uhr morgens habe es für kurze Zeit größere Schwierigkeiten gegeben.

Auf Behinderungen stellt sich der städtische Winterdienst auch für heute ein. Am Nachmittag soll es laut Prognose Blitzeis geben. Aus diesem Grund befinden sich die rund 160 Mitarbeiter in Bereitschaft. "Wenn es glatt wird, streuen wir sofort", sagte Fachgebietsleiter Herpich. Zuvor werden die Straßen wieder vom Schnee befreit.

(RP)
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