Nachwahl in Berlin Jürgen Hardt (CDU) bleibt im Bundestag

Solingen/Remscheid · Das Zittern hat ein Ende. Der bergische Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt wird das Bergische Städtedreieck auch in Zukunft in der Berlin vertreten. Der Grund: Seine CDU holte bei der Teil-Nachwahl in Berlin am Sonntag genügend Stimmen, so dass das Überhangmandat von Hardt nicht wegfällt.

Jürgen Hardt sitzt seit dem Jahr 2009 im Bundestag.

Jürgen Hardt sitzt seit dem Jahr 2009 im Bundestag.

Foto: dpa/Christophe Gateau

In den zurückliegenden Wochen war die Spannung in den Büros des bergischen Bundestagsabgeordneten Jürgen Hardt (CDU) sprichwörtlich mit den Händen zu greifen. Denn obwohl der Name des 60-jährigen Parlamentariers gar nicht auf den Unterlagen der anstehenden Nachwahl in Berlin zu finden war, stand durchaus einiges auf dem Spiel – und das nicht nur für den Christdemokraten selbst, sondern auch für seine Mitarbeiter in der Bundeshauptstadt sowie in den Wahlkreisbüros in der bergischen Heimat.

Doch nun hat das Warten ein Ende. Und die eingangs beschriebene Spannung ist am späten Sonntagabend der Erleichterung gewichen: Das bergische Städtedreieck wird auch in Zukunft in der bisherigen Stärke im Deutschen Bundestag vertreten sein. Denn nach der Teil-Nachwahl in einer Reihe von Stimmbezirken in Berlin steht fest, dass CDU-Mann Hardt sein Mandat behalten wird und sich damit weiter für die Belange von Solingen, Remscheid und Wuppertal im Bund einsetzen kann.

Dies hat der Parlamentarier am Montagvormittag auf Nachfrage bestätigt. „Nach allen Zahlen, die vorliegen, werde ich auch in Zukunft der CDU / CSU-Bundestagsfraktion angehören“, sagte Jürgen Hardt, der 2021 über die NRW-Landesliste seiner Partei in den Bundestag eingezogen war. Bis dahin hatte der Christdemokrat seit 2009 als direkt gewählter Abgeordneter für den Bundestagswahlkreis 103 (Solingen / Remscheid / Wuppertal II) im Parlament gesessen, das Direktmandat dann aber an Ingo Schäfer (SPD) verloren.

 Bei der Wahl 2021 hatte CDU-Mann Jürgen Hardt sein Direktmandat an Ingo Schäfer von der SPD verloren.

Bei der Wahl 2021 hatte CDU-Mann Jürgen Hardt sein Direktmandat an Ingo Schäfer von der SPD verloren.

Foto: Peter Meuter

Tatsächlich hatten Hardt und seine Mitarbeiter zuletzt noch einmal bangen müssen. Denn aufgrund zahlreicher teils eklatanter „Unregelmäßigkeiten“ sowie Fehler bei der Bundestagswahl 2021 in Berlin war festgelegt worden, die Wähler in mehr als 400 Wahlbezirken der Hauptstadt noch einmal zu den Urnen zu bitten. Und dies hätte aufgrund veränderter Stimmanteile der Parteien im schlimmsten Fall bedeuten können, dass der CDU-Mann im Nachhinein wieder aus dem Bundestag geflogen wäre.

Um nicht aus dem Parlament ausscheiden zu müssen, war es für Hardt notwendig gewesen, dass die Berliner CDU bei der Nachwahl in den betroffenen Stimmbezirken mindestens knapp 286.000 Stimmen holen würde. Am Ende sprangen für die Christdemokraten aber sogar 289.000 Stimmen heraus, sodass Hardt weiter in der CDU / CSU-Fraktion vertreten sein wird.

In einer ersten Reaktion zeigte sich Hardt am Montag erleichtert über den Ausgang der Nachwahl in Berlin sowie über den Umstand, dass er unter der Bedingung, dass es nicht zu vorgezogenen Neuwahlen kommt, nun bis zum offiziellen Ende der aktuellen Legislaturperiode im Parlament sitzen wird. „Die CDU ist eindeutig der Sieger der Nachwahl in Berlin“, freute sich der Bundestagsabgeordnete, der angesichts eines Zuwachses seiner Partei um sieben Prozentpunkte von einem „Erdrutsch“ sprach. Die Parteien der Ampelkoalition verloren hingegen in der Summe. So rutschte die FDP von neun auf drei Prozent. Und auch die SPD musste Federn lassen. Allein die Grünen legten leicht zu. Ebenfalls ein Plus verzeichnen konnten AfD und Linke.

 „Besonders freut es mich natürlich auch für meine Mitarbeiter“, betonte Jürgen Hardt, der zur Feier des Tages für Montagabend einen Tisch in einem Berliner Restaurant reserviert hatte, um mit seiner gesamten Mannschaft anzustoßen. Viel Zeit zum Feiern bleibt allerdings nicht. Denn schon am Mittwoch geht es zu Terminen in den Wahlkreis, ehe in Berlin wieder der „Alltag“ als außenpolitischer Sprecher seiner Fraktion ruft. Darüber hinaus ist der Hardt im Auswärtigen Ausschuss sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union.

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