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Solingen: Jede vierte Zivi-Stelle besetzt

Solingen : Jede vierte Zivi-Stelle besetzt

Ob in Krankenhäusern und Altenheimen, bei Kirchengemeinden oder im Umweltschutz – Zivildienstleistende sind vielerorts wichtige Stützen. Doch von den 310 Zivi-Plätzen bei 83 Einrichtungen sind derzeit nur 75 Stellen besetzt.

Ob in Krankenhäusern und Altenheimen, bei Kirchengemeinden oder im Umweltschutz — Zivildienstleistende sind vielerorts wichtige Stützen. Doch von den 310 Zivi-Plätzen bei 83 Einrichtungen sind derzeit nur 75 Stellen besetzt.

Drei Zivildienstleistende sind bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo) an der Georg-Herwegh-Straße im Einsatz, zwei von ihnen bringen "Essen auf Rädern", einer mäht den Rasen und erledigt andere Hausmeister-ähnliche Aufgaben. Probleme, die drei Zivi-Jobs zu besetzen hat Awo-Geschäftsführer Bernd Böhm nicht.

"Wir haben bis nächstes Jahr im Juni alle Stellen besetzt", berichtet er unserer Zeitung über die 19-, beziehungsweise 20-jährigen Wehrdienstverweigerer in Höhscheid. Einer hat Anfang der Woche angefangen, ein weiterer kommt am 1. August hinzu, und der dritte Zivi der Awo startet zum 1. Oktober. Ein Glück, denn die Zivis gelten als Stützen der Hilfsorganisationen. Sie sind offenbar rar geworden. "Wir haben wesentlich mehr Plätze als Zivildienstleistende", erklärt Josef Opladen, Sprecher des Bundesamtes für Zivildienst in Köln.

Folge: Die jungen Männer könnten sich relativ gut aussuchen, wo und wann sie ihren Arbeitseinsatz fürs Gemeinwohl beginnen möchten.

Der Rückgang der Zivis liegt unter anderen daran, dass es früher mehr Wehrdienstleistende gab. "Wer wehrdiensttauglich war und nicht zur Bundeswehr ging, wurde Zivildienstleistender bei Hilfsorganisationen", heißt es; und weiter: Es dürfe nicht vergessen werden, dass der Zivildienst heute nur noch neun Monate dauere. Die jungen Leute müssten erst einmal eingearbeitet werden. "Und wenn sie dann alles begriffen haben, sind die neun Monate fast schon wieder vorbei."

Awo-Geschäftsführer Bernd Böhm kann das bestätigen. "Wenn man die Leute angelernt hat, sind sie auch schon wieder weg." Zumal von den neun Monaten Zivi-Zeit nach seinen Worten mit den beiden Lehrgängen und dem Urlaub effektiv sieben Monate übrig bleiben.

Neun Monate aufs Jahr zu verteilen — das führt stets zu einem frühsommerlichen Zivi-Engpass, wie Josef Opladen vom Zivildienst-Bundesamt berichtet. Die meisten jungen Leute würden den Zivildienst nach ihren Lebensplanungen antreten, sagt er. "Sie beenden die Schulzeit im Juni und leisten dann neun Monate diesen Dienst." Der sei in der Regel Ende April beendet. In den Monaten Mai, Juni, Juli fehlten folglich die Zivis. Opladen nennt Zahlen für Solingen: 83 Einrichtungen wie Krankenhäuser, Altenheime, Kirchengemeinden oder eben die Awo bieten insgesamt 310 Plätze für Zivildienstleistende. Davon sind derzeit nur 75 Stellen besetzt.

(RP)