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Solingen: Jäger wirbt um mehr Akzeptanz

Solingen : Jäger wirbt um mehr Akzeptanz

Wildernde Katzen und Hunde dürfen unter bestimmten Voraussetzungen gejagt werden. Solinger Jäger verzichteten auf solche Maßnahmen, sagt Dr. Heinrich Apfelstedt, der neu gewählte Vorsitzende der Kreisjägerschaft.

In der Ferienzeit stellt sich für viele Tierbesitzer die Frage: Wohin mit Hund und Katze? Für Dr. Heinrich Apfelstedt ist klar: "Sein Kind bindet man ja auch nicht an der Autobahn an, wenn man in Urlaub fährt." Wer aber seine Lieblinge auf vier Pfoten nicht auf die weite Reise mitnehmen kann oder will und keine Ansprechpartner unter Verwandten und Freunden hat, könne sich an Tierpensionen oder Pfötchenhotels wenden, empfiehlt der Vorsitzende der Kreisjägerschaft.

Die steht im Austausch mit Umweltschutzverbänden und Tierheimen wie in Glüder und bietet sich Tierliebhabern als Vermittler zu entsprechenden Einrichtungen an. Denn ein großes Problem beschäftigt die Reviere derzeit bundesweit: Rund 40 000 Hunde werden laut Studien pro Jahr ausgesetzt, dazu kommt noch eine zumindest ähnlich große Zahl an Katzen.

"Auch in Solinger Hofschaften leben teilweise 20 Katzen, das schafft natürlich Druck auf die Umgebung", betont Apfelstedt. Müssen sich die Haustiere in freier Wildbahn ernähren, greifen sie in den Bestand anderer Wildtiere ein. "Katzen sorgen für Schäden bei den Singvögeln und unterscheiden natürlich nicht zwischen einer jungen Taube und einem seltenen Vogel", erklärt Apfelstedt.

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Auch junge Hasen geraten in den Fokus von streunenden Katzen. Hunde hingegen greifen mitunter größere Wildtiere, wie Rehe oder Schafe, an. Die Gesetzeslage gibt dem Jagdausübungsberechtigten oder Jagdaufseher eines Reviers die Möglichkeit, einen Hund zu erschießen, wenn der sich außerhalb der Einwirkung seines Halters nachweislich Wild nähert, es hetzt oder erlegt. Die Beweispflicht darüber liegt allerdings beim Jäger. Ausgenommen vom Gesetz sind Blinden-, Jagd-, Hirten- und Polizeihunde.

Katzen gelten als wildernd, wenn sie sich im Jagdbezirk mehr als 200 Meter vom nächsten Haus entfernt aufhalten. "Zum Glück ist uns in diesem Sommer kein nennenswertes Problem bekannt, es ist auch noch kein Hund geschossen worden", beruhigt der Vorsitzende der Kreisjägerschaft.

Der Griff zur Waffe sei stets die letzte Maßnahme, um Schaden von anderen Tierbeständen abzuwenden. In ländlichen Regionen würden die Bestimmungen des Landesjagdgesetzes stärker angewendet als in Stadtnähe. "Wir in Solingen verzichten in der Regel darauf", betont Dr. Heinrich Apfelstedt. Der Arbeit seiner Zunft, die Population von Tierbeständen im Gleichgewicht zu halten und zum Erhalt von Lebensräumen beizutragen, fehle es in der Gesellschaft mitunter an Akzeptanz, beklagt der Vorsitzende der Kreisjägerschaft.

Dabei kritisiert er vor allem eine Doppelmoral: "Wenn wir Wildschweine schießen, finden das alle moralisch in Ordnung. Schießen wir auf Rehe, gelten wir als ,Bambi-Mörder'".

(ied)