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Solingen: ISK-Zukunft steht nach Chaos-Versammlung in Sternen

Solingen : ISK-Zukunft steht nach Chaos-Versammlung in Sternen

Axel Hawranke glaubt an die Macht des Wortes. Einen Tag, nachdem die Jahreshauptversammlung der Interessengemeinschaft Solinger Karneval in einem zuvor nicht für möglich gehaltenen Chaos endete (wir berichteten), erklärte der Vorsitzende der "Klingenstädter" gegenüber unserer Zeitung, "in den nächsten Tagen klärende Gespräche führen" zu wollen. Doch ob es in Anbetracht der demonstrativen Nichtentlastung von Schatzmeisterin Cornelia Radant und des anschließenden Abbruchs durch den Noch-Vorsitzenden der ISK, Werner Fischer, überhaupt noch etwas zu besprechen gibt, steht in den Sternen. Schon während des Jahrestreffens hatte Fischer nämlich angekündigt, notfalls rechtlich gegen Kritiker vorgehen zu wollen.

Mit 12:11 Stimmen hatten die Vertreter der Solinger Karnevalsvereine der Schatzmeisterin die Entlastung verweigert. Der Hintergrund: Noch hängen eventuelle Steuernachforderungen für die Jahre 2003 bis 2005 wie ein Damoklesschwert über dem Dachverband, der zudem in der Session 2006/07 ein sattes Minus von rund 3000 Euro eingefahren hat. Zwar betonte Cornelia Radant, sie rechne keineswegs mit Nachzahlungen. Doch etwas Schriftliches wusste sie nicht vorzulegen.

"Wie hoch die Summe im schlimmsten Fall ausfallen könnte, wissen wir nicht", rechtfertigte Axel Hawranke das Verhalten der Opposition. Zwar ist auch er mit der Eskalation nicht glücklich: "Cornelia Radant, der wir persönlich nichts vorzuwerfen haben, ist das eigentliche Opfer." Dennoch habe man angesichts der Situation in der ISK keine andere Wahl gehabt. Tatsächlich ist die Lage im Verband nach dem Eklat verworren — und die Reputation des Solinger Karnevals ganz allgemein arg ramponiert. Zeichnete Cornelia Radant als Schatzmeisterin des Jahres 2006 überhaupt für etwaige Fehler früherer Jahre verantwortlich und war es statthaft, dass Werner Fischer die Versammlung nach der Nichtentlastung kurzerhand auflöste?

Einstweilen bekommt man auf diese Fragen unterschiedliche Antworten. Fest steht hingegen, dass angesichts des verheerenden Bildes, das die ISK momentan bietet, die Suche nach Sponsoren für die neue Session noch schwieriger wird. Es könnte sein, das der Verband ab kommender Woche kopflos dasteht, wenn Werner Fischer, der sich als Opfer einer Intrige sieht, seine Ankündigung wahrmacht und zurücktritt. Ein neuer Vorsitzender ist nämlich auch nach Einschätzung Axel Hawrankes zurzeit nicht in Sicht.

(RP)