IS-Terrorist aus Solingen soll sich in die Luft gesprengt haben

Ex-Vorsitzender der Salafisten-Moschee : Solinger soll sich in Syrien in die Luft gesprengt haben

Einem Medienbericht zufolge soll ein Mann, der früher in Solingen lebte, in Syrien ein Selbstmordattentat verübt haben. Der Mann war früher zweiter Vorsitzender der Salafisten-Moschee in der Nordstadt.

Die Liste von IS-Kämpfern aus der Klingenstadt, die im Nahen Osten ums Leben gekommen sind, wird immer länger. Schon vor einigen Jahren sorgte unter anderem ein junger Mann für Schlagzeilen, der 2014 nach Überzeugung der Sicherheitsbehörden bei einem Selbstmordattentat Dutzende von Menschen mit in den Tod gerissen hatte. Und nun wurde bekannt, dass sich auch der einstige zweite Vorsitzende der vor einigen Jahren verbotenen Solinger Salafisten-Gemeinde in Syrien selbst in die Luft gesprengt haben könnte.

Einem Bericht der „Bild-Zeitung“ zufolge soll der gebürtige Palästinenser den Anschlag im Jahr 2016 im syrischen Manbij durchgeführt haben. Wie das Blatt am zurückliegenden Wochenende meldete, hatte der Mann zuvor mit Teilen seiner Familie einige Zeit in der Stadt im Norden des Bürgerkriegslandes gelebt und für den sogenannten Islamischen Staat (IS) eine leitende Position in dem 70.000-Einwohnerort nahe der türkischen Grenze eingenommen.

So zitiert „Bild“ unter anderem einen Zeugen, der den besagten Solinger als „eine Art Bürgermeister“ beschrieb. Allerdings dürfte diese eher privilegierte Rolle spätestens im Frühjahr 2016 zu Ende gegangen sein. Denn zu diesem Zeitpunkt rückten kurdische Truppen zu der vom IS besetzten Stadt vor, was schließlich viele der aus Deutschland eingereisten IS-Kämpfer dazu bewog, sich in andere Teile Syriens abzusetzen. Der Palästinenser, der vor seiner Ausreise in den Nahen Osten viele Jahre im Bergischen Land gelebt hat, soll sich hingegen dazu entschieden haben, in Manbij zu bleiben, wo es zuletzt zu dem Selbstmordanschlag gekommen sein dürfte.

Zuzeiten der letztlich geschlossenen Millatu-Ibrahim-Moschee an der Konrad-Adenauer-Straße in der Nordstadt war der Mann bisweilen als eine Art „gemäßigter“ Sprecher der Salafisten in Erscheinung getreten. So hatte sich der Palästinenser unter anderem auch nach der Räumung der Gebetsräume durch die Polizei im Sommer 2012 gegenüber der Öffentlichkeit geäußert und erklärt, bei der Solinger Moschee habe es sich keineswegs um ein Sammelbecken für islamistische Extremisten gehandelt.

Tatsächlich jedoch waren an der Konrad-Adenauer-Straße phasenweise die führenden Köpfe der deutschen Salafisten-Szene untergekommen. So verbrachten beispielsweise der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert und der Österreicher Mohamed Mahmoud, die beide später in Syrien schwere Verbrechen begangen haben sollen, einige Zeit in der Solinger Nordstadt.

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