Großprojekt in der Solinger Innenstadt Investor präsentiert neuen Omega-Plan

Solingen · Möglichst schon Mitte 2024 will Investor Kondor Wessels mit der Bebauung des Omega-Geländes starten. Geplant ist ein Büro- und Dienstleistungskomplex mit Kita für 24 Millionen Euro. Im Anschluss daran erfolgt die Bebauung des Kieserling-Areals.

 Ein solcher Blick – wie hier auf einer Animation – könnte sich auf dem heutigen Omega-Gelände später einmal den Autofahrern bieten, die von Süden in die Solinger Innenstadt fahren.

Ein solcher Blick – wie hier auf einer Animation – könnte sich auf dem heutigen Omega-Gelände später einmal den Autofahrern bieten, die von Süden in die Solinger Innenstadt fahren.

Foto: Kondor Wessels

Das rund 4550 Quadratmeter große Grundstück am Rande der Solinger Innenstadt hatte schon seit vielen Jahren als eine Art städtebauliches Juwel in der Klingenstadt gegolten. Doch wenn es in der Vergangenheit darum gegangen war, dem alten Omega-Areal zwischen Kölner Straße sowie der Straße Birkenweiher einen entsprechenden Schliff zu verpassen, hatten sich damit einhergehende Pläne zuletzt immer wieder als nicht umsetzbar erwiesen – sodass die Neuigkeiten, über die Investor Kondor Wessels am Donnerstag zu berichten hatte, tatsächlich der Zerschlagung eines gordischen Knotens gleich kommen könnten.

Geht es nämlich nach der niederländischen Projektentwicklungsgesellschaft mit deutschem Hauptsitz in Berlin sowie einer NRW-Niederlassung in Ratingen, sollen nach Möglichkeit bereits Mitte nächsten Jahres die ersten Bagger zur Realisierung des Projekts „so_nect“ rollen. Dabei will das Unternehmen, das in Solingen auch für das O-Quartier in Ohligs und das Projekt Green in Wald verantwortlich zeichnet, in Mitte einen modernen Dienstleistungs- und Bürokomplex aus dem bergischen Boden stampfen.

Dieser könnte dann ab dem Jahr 2026 mit rund 3600 Quadratmetern Bürofläche, einer viergruppigen Kita sowie einer kleineren Fläche für Handel in zwei mehrgeschossigen und weitgehend energieautarken Gebäuden ein modernes Eingangstor zur Solinger City darstellen, das zudem die bisher klaffende bauliche Lücke im Süden der Innenstadt füllen würde.

Julian Konti (v.l.), Philipp Köster (beide Kondor Wessels) und Frank Balkenhol (Wirtschaftsförderung Solingen) präsentierten das Projekt.

Julian Konti (v.l.), Philipp Köster (beide Kondor Wessels) und Frank Balkenhol (Wirtschaftsförderung Solingen) präsentierten das Projekt.

Foto: Martin Oberpriller

Wobei der Neubau mit einem ungefähren Investitionsvolumen in Höhe von rund 24 Millionen Euro nur der erste Schritt zu einer weit umfangreicheren Umgestaltung der Gegend zwischen der eigentlichen Innenstadt und dem Südpark sein dürfte. Denn unmittelbar hinter dem Omega-Gelände schließt sich das noch viel größere alte Kieserling-Areal an, das ebenfalls in Besitz von Kondor Wessels ist und auf dem der Investor im Anschluss an die Omega-Bebauung ein neues Wohnquartier errichten will. Dieses soll – bis auf den denkmalgeschützten Altbau an der Straße Birkenweiher  – aus Neubauten bestehen und unabhängig vom Bürokomplex entstehen. Dennoch bildet das gesamte Quartier, das von Wegen durchzogen sein und einen großen Platz erhalten wird, eine städtebauliche Einheit.

Wie der Leiter der Projektentwicklung und Prokurist bei Kondor Wessels NRW, Philipp Köster, Kondor Wessels-Projektentwickler Julian Konti sowie Frank Balkenhol, Geschäftsführer der Solinger Wirtschaftsförderung, am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz erläuterten, soll das verbindende Element des Gesamtprojekts auch in dem neuen Namen für das Bauvorhaben seinen Ausdruck finden. Denn „so_nect“ steht zum einen für Solingen sowie zum anderen für Connection, die englische Übersetzung von Verbindung.

„Dabei spielen zum Beispiel die Aspekte Alt und Jung, Innenstadt und alter Hauptbahnhof sowie Arbeiten und Leben eine Rolle“, sagte Kondor Wessels-Prokurist Köster, der darüber hinaus ankündigte, umgehend mit der Vermarktung der geplanten Büroflächen beginnen zu wollen. Die Vermarktung erfolgt über verschiedene Kanäle. Unterstützung erhält Kondor Wessels diesbezüglich von der Wirtschaftsförderung. Angestrebt wird in einem ersten Schritt eine Vermarktungsquote von 50 bis 60 Prozent, mit der ein Baustart im nächsten Jahr möglich wird. Ziel ist es, schnell in die Planung des Bauantrages einzusteigen.

Blick aus der Kölner Straße auf „so_nect“ und die benachbarte Lutherkirche.

Blick aus der Kölner Straße auf „so_nect“ und die benachbarte Lutherkirche.

Foto: Kondor Wessels

Die beiden Gebäudeteile können bis zu sechs Stockwerke haben. Zurzeit wird mit insgesamt zwölf Büronutzungseinheiten gerechnet. Die Zahl der Flächen sowie deren Zuschnitte sind aber noch variabel planbar. Als Nettokaltmiete schweben dem Investor, der die Gebäude nach deren Fertigstellung verkaufen will, 15 bis 16 Euro je Quadratmeter vor, wobei die Nebenkosten bei Neubauten tendenziell deutlich niedriger als in Bestandsgebäuden liegen.

Laut Kondor Wessels wird dies beim „co_nect“-Projekt unter anderem durch Photovoltaikanlagen auf den Gebäudedächern sowie durch den Einsatz von Geothermie zur Wärmegewinnung und Kühlung möglich. „Die Gebäude sollen autark sein“, versicherten die Projektentwickler Philipp Köster und Julian Konti in desem Zusammenhang am Donnerstag. Ferner soll aber auch das Regenwasser gesammelt werden, mit dessen Hilfe nicht allein das Mikroklima positiv beeinflusst werden könnte, sondern auch Pflanzen und Grünflächen auf den Dächern sowie auf den Außenflächen zu bewässern wären.

Ein Teil der grünen Außenfläche zwischen den beiden Gebäuden wird der geplanten Kita als Spielbereich dienen. Für die Kita wird nun ebenfalls ein Betreiber gesucht. Deren Angestellten und den Mitarbeitern der anderen Firmen werden später etwa 65 Stellplätze zur Verfügung stehen, 40 davon in einer Garage, die in einem Sockelgeschoss der Gebäude untergebracht sein wird. Darüber hinaus soll es Car- und Bike-Sharing-Angebote sowie Möglichkeiten zum Laden von Fahrzeugen geben.

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