Interview mit Alexander Riedel vom Ensemble Profan

Interview mit Alexander Riedel vom Ensemble Profan : Ein Trainerhaudegen erklärt seine Welt

Sommertheater im Atrium des Theater und Konzerthauses mit dem Ensemble Profan. Premiere ist am 31. August.

Am Samstag, 31. August, startet im Theater und Konzerthaus die Spielzeit 2019/20 des Solinger Kulturmanagements. Am Nachmittag – von 14 bis 18 Uhr – gibt es ein Theaterfest, am Abend (19.30 Uhr) die Premiere des Sommertheaters im Atrium. Das Ensemble Profan spielt „Leben bis Männer“ von Thomas Brussig, Live-Musik vor und nach dem Theaterstück steuert Mutz bei – und das Kulturmanagement sorgt für Biergarten-Atmosphäre, Speisen und Getränke. Uwe Vetter sprach über das neue Sommertheater mit Profan-Regisseur Michael Tesch und Darsteller Alexander Riedel.

Wer hatte die Idee für diese Open-Air-Veranstaltung im Theater?

Tesch Die Idee, das Atrium zu bespielen, gibt es eigentlich schon sehr lange. Klaus-Peter Voigt, der technische Leiter des Theater und Konzerthauses, und ich haben sie vor einigen Jahren entwickelt: Theater, Open Air und in einer lockeren Biergartenatmosphäre. Für Profan ist so etwa ja nichts neues. Man denke nur an die diversen Valentin-Abende, zuletzt im Biergarten der Cobra. Profan liebt diese einzigartige, lockere Atmosphäre, in der es nicht stört, wenn man sich während der Aufführung auch einmal ein Getränk oder eine Grillwurst holt.

Was erwartet den Besucher im Atrium des Theaters?

Tesch Der Besucher erhält im für diese beiden Sommertheater-Abende extra umgestalteten Innenhof ein komplettes Unterhaltungsprogramm mit Theater, Livemusik von Mutz, kühle Getränke sowie Gegrilltes.

Und was wird gespielt?

Tesch Ausgewählt haben wie ein Stück von Thomas Brussig: „Leben bis Männer“. Ein 2001 uraufgeführtes Stück, das auf humorvolle Art von den Jahren vor und nach der Wende erzählt. Protagonist ist ein Fußballtrainer, den Alex Riedel spielen wird.

Herr Riedel, wie ist es für einen Schauspieler, den geschützten Bühnenraum zu verlassen, sich wortwörtlich als Darsteller unter die Zuschauer zu mischen? Und wie bereitet man sich auf solch eine Rolle vor?

Riedel Das ist natürlich eine sehr spannende Sache, vor der man auch einen besonderen Respekt hat. Man ist direkt bei den Zuschauern, bekommt noch mehr Reaktionen mit als sonst und kann selbst nichts kaschieren.

Ein Fußballtrainer erzählt von seinem Sport und erklärt damit die Welt, nicht nur seine eigene. Was ist der Trainer für ein Typ?

Riedel Er ist im Prinzip ein Trainer-Haudegen alter Schule: Direkt, geradlinig, sicherlich auch etwas grob und ungehobelt. Ein Mann, dessen Weltbild stark geprägt ist von persönlichen Erfahrungen und Enttschäuschungen. Manche Urteile macht er sich zugegebenermaßen etwas leicht, und einige seiner Aussagen werden bei den Zuhörern zweifellos Widerspruch auslösen. Und doch ist er ein Mann mit Herz, der sich auf eine fast väterliche Weise seinen Spielern verbunden fühlt, und der es verdient hat, dass man sich mit seiner Geschichte auseinandersetzt.

Haben Sie persönlich einen Bezug zum Fußball?

Riedel Fußball beschäftigt mich schon von Kindesbeinen an sehr intensiv. Faszinierend am Text finde ich übrigens, wie die Hauptfigur Parallelen zwischen dem Sport, der Politik und dem sonstigen Leben herstellt. Tatsächlich vereint der Fußball ja ganz unterschiedliche Philosophien und spiegelt – wie natürlich auch andere Sportarten – gesellschaftliche Trends wieder, allein schon im Bezug auf den Umgang mit Autoritäten und Hierarchien. Mit Brussigs Trainer eint mich selbst übrigens, dass mir die Erinnerung an bestimmte Fußballspiele manchmal dabei hilft, andere vergangene Ereignisse zeitlich einzuordnen.

Sommertheater „Leben bis Männer“ im Atrium des Theater und Konzerthauses. Premiere: 31. August, 19.30 Uhr (Einlass ab 19 Uhr). Sonntag, 1. September, 18 Uhr (Einlass ab 17.30 Uhr). Bei Regen wird die Veranstaltung ins Konzertsaal-Foyer verlegt.