Solingen: Integrationswerkstatt arbeitet erfolgreich

Solingen : Integrationswerkstatt arbeitet erfolgreich

In der Lehrwerkstatt der Industrie- und Handelskammer an der Schützenstraße werden Flüchtlinge vorbereitet für das Berufsleben. Das bisherige Ergebnis der Integrationswerkstatt kann sich sehen lassen. Weitere Sponsoren gesucht.

Mirsay Ali Sajat ist seit Oktober 2015 in Deutschland. Der 17-Jährige aus Afghanistan kocht und lernt gerne, Fußball, Ringen, Schwimmen und Boxen sind seine Hobbys. Zusammen mit Sylla Mamadou aus dem Senegal hat er den Schneidwarenbetrieb Ernst und Willy Niegeloh an der Mangenberger Straße kennengelernt. Die Flüchtlinge absolvierten dort ein Praktikum absolviert - jetzt ist der 17-Jährige in der Einstiegsqualifizierung. "Beide sind über die IHK-Lehrwerkstatt zu uns gekommen", sagt Betriebsleiter Ralph Gerhards. "Beide hatten zuvor auch Sprachkurse absolviert".

Die Verständigung in deutscher Sprache ist zwar holprig, gleichwohl hat der 17-jährige Flüchtling nun bei Niegeloh einen Ausbildungsplatz mit Start am 1. August in Sicht. Für Sylla Mamadou hat der Arbeitsalltag bei Niegeloh bereits begonnen: "Er arbeitet bei uns jetzt als Polierer", sagt Betriebsleiter Ralph Gerhards.

Er ist ebenso zufrieden mit den Flüchtlingen wie Frank Ohliger, Leiter Prozesstechnik + Montage bei der Berger Gruppe in der Kohlfurth. Das Unternehmen hat drei jungen Männern Praktikumsplätze im Unternehmen angeboten. "Die hatten alle sehr viel Spaß und waren engagiert bei den Montagearbeiten mit dabei", sagt Ohliger. Ohnehin macht die Berger Gruppe keine Einstellungstests mit jungen Leuten, die eine Ausbildung anstreben. "Wir bieten stattdessen Praktika an", sagt Frank Ohliger.

Bevor die Flüchtlinge in die Betriebe kamen, haben sie die Integrationswerkstatt der Industrie- und Handelskammer an der Schützenstraße besucht. Die ist im September vergangenen Jahres eingerichtet worden als Nachfolge für ein Hauptschulprojekt. Das Ziel, junge Menschen in eine Einstiegsqualifikation oder aber Ausbildung beziehungsweise Arbeitsstelle zu bringen, hat auch bei den Flüchtlingen oberste Priorität. Das geschieht in Vollzeit: Montags bis mittwochs sind die Flüchtlinge in der IHK-Lehrwerkstatt, donnerstags und freitags als Gastschüler im Technischen Berufskolleg, der Hauptschule Höhscheid oder dem Mildred Scheel Berufskolleg. "Sägen, feilen und bohren steht bei uns auf dem Stundenplan, montags zusätzlich noch Deutsch-Unterricht", sagt Antonio Novembrini von der Lehrwerkstatt.

Der Leiter der Einrichtung an der Schützenstraße, Andreas Braun, ist mit dem bisherigen Erfolg jedenfalls zufrieden. "Wir machen die Flüchtlinge fit für die Betriebe", sagt Braun. Immerhin sind fünf reguläre Teilnehmer jetzt in einer Ausbildung, vier sind in der Einstiegsqualifikation und mit Sylla Mamadou einer in Aussicht. "Die Integrationswerkstatt läuft weiter, der Einstieg ist jederzeit möglich", sagt Andreas Braun. Er würde sich noch mehr Sponsoren für die Integrationswerkstatt wünschen. Neben der Stadt und dem Arbeitgeberverband engagieren sich hier zurzeit noch die Walbusch Jugendstiftung und die HST Hanse Stiftungs Treuhand und stemmen ein Drittel der Kosten - den Rest zahlt die IHK-Lehrwerkstatt.

(uwv)