Integration: Solinger Jobcenter legt gute Zahlen vor

Integration : Solinger Jobcenter legt gute Zahlen für 2018 vor

Die kommunale Behörde konnte die Zahl der Integrationen in den Arbeitsmarkt erneut steigern.

Das Kommunale Jobcenter wird bis zum Jahresende bei den Integrationen ihrer Kunden auf den Arbeitsmarkt einen sehr guten Wert erzielen. „Der Arbeitsmarkt gibt einiges her, wir haben auch auf neue Konzepte gesetzt“, erklärten am Dienstag Jobcenter-Leiter Mike Häusgen und die Abteilungsleiterin Kristin Degener, zuständig für den Bereich Markt und Integration. Zwar seien die Integrationen nicht immer in Vollzeitjobs gemündet. „Immerhin aber 60 Prozent sind aus dem Leistungsbezug heraus“, sagte Kristin Degener. „Das ist ein Spitzenwert in NRW“, ergänzte Häusgen.

Lob gab es von den beiden für die Arbeitgeber. „In Solingen und Umgebung scheinen diese ein hohes Maß an sozialer Verantwortung zu haben“, so Häusgen und Degener. Dadurch, dass viele Personen im Laufe dieses Jahres aus dem Leistungsbezug herausgefallen sind, konnte das Jobcenter auch bei den Kosten für Unterkunft sparen. „Über drei Millionen Euro, das ist eine richtige Hausnummer“, meinte der Leiter des städtischen Jobcenters.

Besonders gute Integrationserfolge schaffte die städtische Behörde auch bei den leistungsberechtigten Geflüchteten. Bis zum Jahresende werden hier etwa 300 Integrationen prognostiziert. Insgesamt betreut das Jobcenter etwa 750 sogenannte Bedarfsgemeinschaften bei Flüchtlingen. Insgesamt sind es 7200 Bedarfsgemeinschaften mit zusammen 15.000 bis 16.000 Menschen.

Für die Integration in den Arbeitsmarkt hat das Jobcenter in diesem Jahr rund zehn Millionen Euro vom Bund bekommen. „Das Geld werden wir ausgeben“, sagte Mike Häusgen. Für 2019 erwartet das Solinger Jobcenter „etwas über zwölf Millionen Euro“ vom Bund. Durch die zielgerichtete Anwendung des Teilhabechancengesetzes will man vor allem Langzeitarbeitslose fördern und mit entsprechenden Lohnzuschüssen Arbeitgeber ermuntern, Leute aus diesem Personenkreis einzustellen. „Wir rechnen mit 100 Stellen, die wir so finanzieren können“, sagte Kristin Degener. Im ersten Jahr wären Lohnkostenzuschüsse von 75 Prozent möglich, im zweiten in Höhe von 50 Prozent. „Es gebe aber auch Möglichkeiten für noch höhere Lohnkostenzuschüsse. Allein für Landzeitarbeitslose soll über das Teilhabechancengesetz mit dem Geld vom Bund ein Betrag von 2,1 Millionen Euro in Solingen ausgegeben werden.

Immerhin konnte im Verlauf dieses Jahres der Bestand an Langzeitarbeitslosen – Personen, die länger als ein Jahr auf Jobsuche sind – von 2462 auf 2177 reduziert werden. Grund dafür ist die gut laufende Konjunktur. Und Mike Häusgen geht davon aus, dass die Konjunktur auch 2019 gut laufen wird. „Wir wollen die Zahl der Integrationen 2019 nochmals um rund zwei Prozent steigern“, kündigte der Behördenleiter an – vorausgesetzt, die Konjunktur erlebt keinen Einbruch. 2017 wurden jedenfalls 2450 Integrationen geschafft. In diesem Jahr sollen es 2630 werden.

Das Jobcenter verfügt über ein Gesamtbudget von etwa 120 Millionen Euro und beschäftigt 220 Mitarbeiter. Verteilt sind die derzeit auf vier Standorte: Im Gebäude der Agentur für Arbeit an der Kamper Straße, an der Beethovenstraße (Bereich Migration), im Verwaltungsgebäude Bonner Straße (Team Finanzen) und das U-25-Team im alten Finanzamt an der Goerdelerstraße.

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