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Solingen: "Integration muss Herzen der Menschen erreichen"

Solingen : "Integration muss Herzen der Menschen erreichen"

"Wir können uns nicht zurücklehnen. Wir müssen uns neuen Herausforderungen stellen", erklärte Oberbürgermeister Norbert Feith während seiner Begrüßung auf der Kommunalen Integrationskonferenz im Gründer- und Technologiezentrum. Neue Anregungen zu finden und Ideen auszutauschen stünde genauso an, wie zu fragen, welche Spuren die bisher auf den Weg gebrachten Projekte hinterlassen hätten.

Von einer riesengroßen Baustelle, an der gearbeitet werden muss, sprach NRW-Integrationsminister Armin Laschet. "Seit den ersten Einwanderungen hat es 55 Jahre gedauert, bis die Bundeskanzlerin zu einer Integrationskonferenz eingeladen hat." Was in diesen 55 Jahren versäumt worden ist, müsse jetzt aufgearbeitet werden. "Das Klima muss sich ändern." Jeder, der hier ist, müsse optimal gefördert werden. Dabei gebe die Fußballnationalmannschaft ein gutes Beispiel, dass Deutschland bunter geworden ist. "Wir müssen die Wege zur Einbürgerung erleichtern", sagte Laschet und lobte die hervorragende Integrationsarbeit der Stadt Solingen: "Solingen gehört zu den Kommunen, die in Sachen Integration hervorragende Arbeit leistet."

Runder Tisch Fußball

Die Ergebnisse des Landesprojektes "KOMM-IN" bildeten die Grundlage für die anschließenden Workshops. Bülent Arslan (Imap-Institut) klärte über die Migrantenökonomie in Solingen auf. Meldeten 2000 noch 50 Bürger mit ausländischem Pass ein Gewerbe an, waren es 2009 schon 200. Weiterbildung, Information und Vernetzung seien ein wichtiges Ziel. Zur Debatte stünde auch ein Internationales Einkaufshaus in Solingen.

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Dirk Adams (context-Institut) zeigte die Verbindung von Sport und Integration in Solingen auf. Nach Vereinsumfragen und Experten-Interviews kam er zum Schluss, dass sich die Vereine stärker für Zuwanderer öffnen sollten. Der "Runde Tisch Fußball" soll nun weiterbestehen.

Früh Konzept entwickelt

Über die Evalution des Integrationskonzeptes klärte Michael Krummacher (Ev. Fachhochschule Bochum) auf. Grundlage waren Interviews, Workshops und der Vergleich mit anderen Städten. "Solingen hat sehr früh ein interkulturelles Konzept entwickelt", lobte er. Die Herausforderungen würden als Chefsache definiert. Die Teilnahme der Migranten wird positiv beurteilt, ist aber ausbaufähig. Kommunikationsprobleme, Lagerdenken, Armut und Arbeitslosigkeit seien zentrale Problemfelder. "Wir müssen es ändern, dass Integration als ein Minderheitenthema gesehen wird", forderte NRW-Integrationsbeauftragter Thomas Kufen.

Dazu müsse jeder seinen Beitrag leisten, damit eine Einheit in der Gesellschaft bewerkstelligt werde. Der deutsche Pass sei ein wichtiges Zeichen. "Integration ist aber nicht nur eine Abhandlung von Programmen", so Kufen, "sie wird nur gelingen, wenn wir die Herzen der Menschen erreichen."

(RP)