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In Solinger Kitas singen Kinder nach Videos der Seelsorgebereichsmusiker..

Solingen : Videos bringen Kinder zum Mitsingen

Mit Aufnahmen selbst eingespielter Lieder versorgen die Seelsorgebereichsmusiker Wolfgang Kläsener und Christopher Chytrek junge Chorsänger, Schüler und Kita-Kinder.

Das Lieblingslied im Radio lässt niemanden kalt: Reflexhaft zuckt der Fuß mit, ein verträumtes Summen kommt hinzu, und spätestens beim Refrain gibt es kein Halten mehr. Der Drang zu singen bricht früher oder später aus jedem heraus – aus Kindern erst recht. Nicht umsonst nimmt die Arbeit mit Tönen, Texten und Rhythmus einen zentralen Platz im Kindergarten- und Grundschulalltag ein. Doch was tun, wenn Singen plötzlich vom Balsam für die Seele zur Gesundheitsgefahr wegen herumwabernder Aerosole umgedeutet wird? Weitermachen, sagen Pädagogen, wenn auch auf andere Weise.

„Viele Chorsänger kommen weiterhin zur Probe, weil ihnen der Gesang eine emotionale Kraft gibt, ihre übrigen Aufgaben zu bewältigen“, erzählt Wolfgang Kläsener, Seelsorgebereichsmusiker der Katholischen Pfarrgemeinde St. Sebastian. Mit verkleinerten Gruppen, regelmäßigem Lüften und Abständen, die die Vorgaben sogar übererfüllen, leitet er seine Chöre auch in diesen grauen Zeiten an.

Das gilt natürlich auch für die Chorschule St. Sebastian, in der sich rund 35 Kinder vom Vor- bis späten Grundschalter musikalisch betätigen. Sie treffen sich derzeit statt in den Pfarrheimen in den Kirchen Liebfrauen und St. Katharina. „Auf kleiner Flamme“, wie Kläsener sagt, läuft im Moment das Singen an den sechs Kindertagesstätten der Pfarrei. Vollends verzichten müssen die Schüler der Grundschule Uhlandstraße derzeit auf die Gesangstunden mit Wolfgang Kläsener und seinem Pfarrei-Kollegen Christopher Chytrek.

So ist es wieder einmal die moderne Technologie, die das Liedgut nach Hause bringt: Regelmäßig melden sich die beiden Musiker von St. Sebastian in kurzen Videos aus dem Pfarrsaal an der Hackhauser Straße. Darin singen sie jeweils ein Lied ein, begleiten sich dazu am Flügel oder Akkordeon und versenden es als Link per E-Mail an die Eltern ihrer Schützlinge aus Chor, Kitas und Schule. „Wir erreichen damit 200 bis 300 Kinder“, erzählt Kläsener. Die können nun zuhause im Kreise der Familien in Lieder wie „Der Herbst ist da“, „Es war eine Mutter“ oder „Bunt sind schon die Wälder“ miteinstimmen. Auch zu Nikolaus wird es wieder ein Video geben, an dem sich, wie bereits zu St. Martin, Pastoralreferentin Simone Miklis beteiligt.

Entstanden war die Idee schon während des ersten Lockdown im März. „Damals haben wir per WhatsApp täglich Lieder ohne Bild geschickt“, erzählt Kläsener. „Dann dachten wir, es wäre vielleicht gut, wenn man die Musiker auch sehen würde.“ Einen festen Rhythmus gibt es nicht. „Wir nehmen immer ein bis zwei Videos pro Woche auf, je nach Stimmungslage“, erklärt der Seelsorgebereichsmusiker. Die Rückmeldungen von Kita-Leitungen seien überaus positiv. Wie stark selbst kleine Kinder die Regeln der Corona-Pandemie auch beim ganz analogen Singen in Klein-Gruppen im Kindergarten angenommen haben, verdeutlicht er anhand eigener Erfahrungen: „Wenn in einem Raum am Boden Klebepunkte angebracht sind, die die Abstände vorgeben, achten die Kinder ganz genau darauf, dass sie auch richtig stehen.“

Kirchenmusik an St. Joseph: Eine Lesung aus den „Confessiones“ (Bekenntnissen) des Augustinus mit Vokalmusik des Mittelalters und der Renaissance findet am Samstag, 28. November, um 19.30 Uhr in der Kirche St. Joseph an der Hackhauser Straße statt. Die Leitung obliegt Wolfgang Kläsener, beteiligt sind Sprecher Olaf Reitz und die Kettwiger Vokalisten. Der Eintritt ist frei. Anmeldung ist erforderlich über einen Link auf der Seite der Pfarrei:
www.sebastian-solingen.de