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In Solingen soll am Grünewald ein Gründer-Campus entstehen

Wirtschaftsförderung in Solingen : Gründer-Campus prüft Erweiterung

Das Gründer- und Technologiezentrum prüft zurzeit erste Pläne eines Architekturbüros für neue Büroflächen auf dem Gelände zwischen der Henckels- und Neustraße sowie der Grünewalder Straße in Höhscheid.

Die Auslastung im Gründer- und Technologiezentrum (GuT) am Grünewald ist gut. Immer mehr innovative Unternehmen gehen mit ihren Ideen an den Start. Klassische Büros brauchen sie in der Startphase allerdings vielfach nicht, oft werden nur einzelne Arbeitsplätze angemietet.

Unter dem Dach des Haupthauses am Grünewald, dort wo einst das frührere Schneidwarenunternehmen Herder seine Firmenzentrale hatte, wurden Gründer zunächst angesiedelt. Gemündet sind diese bescheidenen Anfänge schließlich im Haus 4 auf dem insgesamt rund 4500 Quadratmeter großen Areal. In diesem Haus, auch „Coworking Space Solingen“ genannt, arbeiten mehr als 90 Menschen – in Teams oder aber alleine. Innovative Start-Ups mit mehren Personen sind darunter, aber auch Einzelkämpfer. Letztere profitieren wie alle anderen von der Vielfalt und dem Austausch unter einem Dach.

Im Coworking Space Solingen steht derzeit eine Fläche von rund 1000 Quadratmetern zur Verfügung. Marketing, Vertrieb, Architektur, klassische Unternehmen, Designerinnen, Video-Producer – die Vielfalt der Berufe und Unternehmungen im Coworking Space ist breit gefächert. „Der Markt dafür ist da“, weiß Frank Balkenhol.

Er ist seit 2014 neben seiner Funktion als Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung auch Geschäftsführer des Gründer- und Technologiezentrums (GuT). Als ihm diese zusätzliche Aufgabe übertragen wurde, hat er zunächst eine Analyse erstellt und erkannt, dass Existenzgründer einerseits einen hohen Bedarf an Räumlichkeiten haben, andererseits die Immobilie und die Infrastruktur an der Grünewalder Straße auf Vordermann gebracht werden muss. „Um Wettbewerbsfähig zu sein“, sagt Frank Balkenhol.

Das wurde umgesetzt, zumal die Gebäude am Grünewald für das Start-up-Klientel, das dort betreut wird, laut Balkenhol einen unschätzbaren Vorteil haben: „Es ist eine Top-Lage mit eigenen Parkplätzen, mit Zwilling ist ein renommiertes Weltunternehmen in unmittelbarer Nachbarschaft, in sieben Minuten hat man einen ICE-Anschluss erreicht, wenn der gleich um die Ecke liegende Haltepunkt Grünewald genutzt wird.“ Überdies bietet das Gelände viel Grün – „man fühlt sich wohl“, sagt Balkenhol, der mit der Wirtschaftsförderung ebenfalls im Haupthaus des GuT vor Ort ist.

Schon vor sechs Jahren konnte man überdies absehen, dass alles digitaler wird, gleichwohl ist das GuT-Areal aber auch ein Veranstaltungszentrum mit kleinen und größeren Räumen und der alten Maschinenhalle. „Die Welt der Gründer hat sich ebenfalls verändert. Sie ist kleinteilig, flexibel und braucht Betreuung“, erklärt der Geschäftsführer des GuT und der Wirtschaftsförderung.

Deshalb hat er 2018 zusammen mit seinem Team den nächsten Entwicklungsschritt für das GuT überlegt und entsprechende Ideen auf den Weg gebracht. Danach soll auf dem Gelände am Grünewald ein „Gründer-Campus“ verwirklicht werden, um ebenso wie an der Hansastraße in Ohligs einen Bürostandort der Zukunft vorzuhalten. „Wir wollen den jungen Firmengründern die Möglichkeit geben, vor Ort in Solingen zu bleiben. Dafür brauchen wir neue Räume“, sagt Balkenhol. Und die sollen auf dem Gelände am Grünewald in Höhscheid entstehen. Platz dafür sei vorhanden, insbesondere entlang der Henckels- und der Neustraße. Mit drei Architekturbüros wurden zwischenzeitlich gesprochen. Ein Architekturbüro, welches sich besonders dem Thema der Nachhaltigkeit widmet, wurde aufgefordert, nun erste Pläne zu entwickeln. „Die Umsetzbarkeit ist gegeben, wir prüfen jetzt die Wirtschaftlichkeit“, sagt Frank Balkenhol.

Ende des Jahres erwartet er Ergebnisse, dann könnten die zuständigen Gremien informiert werden. „In der Corona-Krise haben natürlich andere Themen zunächst Vorrang, dennoch wollen wir die strategische Entwicklung des GuT hin zu einem Gründer-Campus nicht aus den Augen verlieren. Das Projekt ist gut und wichtig“, sagt der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung.

Weitere 6000 bis 8000 Quadratmeter neue Bürofläche für Gründer und junge Unternehmen könnten auf dem GuT-Gelände voraussichtlich in drei Häusern entstehen. Mit dem Stadtdienst Natur und Umwelt und der Denkmalbehörde hat Balkenhol grundsätzlich schon über das Projekt gesprochen. Einwände gebe es von deren Seite nicht.