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In Solingen leiden junge Bäume unter der Hitzewelle

Wassermangel : Junge Bäume leiden unter der Hitze

Die Talsperren sind besser als vor einem Jahr gefüllt. Das Gießen muss jetzt gezielt erfolgen.

Manche Baumsorten werfen schon verwelktes Laub in Solinger Gärten und auch auf die Straßen ab. Bäume, die besonders viel Wasser brauchen, leiden jetzt. Die Stadt hat zusammen mit den Freiwilligen Feuerwehren damit begonnen, Beete und Bäume mit Wasser zu versorgen. An Straßen, in öffentlichen Grünanlagen und an öffentlichen Gebäuden stehen etwa 24 000 Bäume. Die meisten sind Laubbäume und werden von den Technischen Betrieben gepflegt. Wasser brauchen jetzt vor allem die ein- bis zweijährigen Bäume, da diese sonst vertrocknen.

In vielen privaten Gärten ist der Gartenschlauch ebenfalls im Dauereinsatz. Das ist auch richtig, wenn man das Wasser an die richtigen Stellen bringt, bestätigt Markus Krisam. Er ist einer der drei ST-Gartenexperten, die zweimal jährlich Tipps für die Tageblatt-Leser zu Garten-Fragen geben.

Aber ist überhaupt genug Wasser da, um jetzt ausreichend Gärten und öffentliche Beete zu gießen? Beim Wupperverband berichtet man von gut gefüllten Talsperren (“ Kasten). Norbert Feldmann ist für das Wassermanagement bei den Stadtwerken zuständig. Er erklärt, dass nasse Frühjahr und die Starkregenereignisse im Juni hätten zum Ende dieses Monats zu einem Füllstand der Sengbachtalsperre von 90 Prozent geführt. Momentan liege der Wasserstand bei 69 Prozent. Erst ab 40 Prozent fülle man die Talsperre aus der Großen Dhünntalsperre auf.

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Selbst wenn der Pegelstand jetzt weiter sinke, ab Ende September regne es in der Regel so ausreichend, dass die Talsperre wieder volllaufe. Noch im April sei sie so gut gefüllt gewesen, dass sogar der Überlauf für Abfluss sorgen musste.

Doch gegen die Hitze hilft jetzt nicht der planlose Einsatz von großen oder falschen Wassermengen. Trotz der vollen Talsperren sollte mit Bedacht gegossen werden. Gerne nehme man das Angebot der Solinger an, sich um die Straßenbäume zu kümmern, erklärt Stadtsprecherin Sabine Rische. Aber dabei gelte: „Eine Gießkanne in eine Baumscheibe ist sinnlos.“ Alte Bäume würde längere Trockenperioden meist gut überstehen. 40 Liter pro Tag brauche ein Baum in Not schon. Denn das Wasser müsse aus der Baumscheibe erstmal bis zu den weitverbreiteten Wurzeln unter der engen Baumscheibe vordringen, sonst verdunste es ohne Effekt.

„Ich gieße abends, so kann die Pflanze das Wasser über Nacht aufnehmen.“

Markus Krisam, Garten-Experte

In Privatgärten gelte daher die Faustregel, dass man in etwa den Bereich der Bäume gießen solle, der unter der Baumkrone liege, erklärt Markus Krisam. Und man solle unbedingt zweimal gießen. Zunächst müsse der „betonharte“ Boden aufgeweicht sein. Dann solle man in der zweiten Runde gießen, bis der Boden gut nass sei. Eine Seenplatte sei aber nicht nötig.

Topf- und Balkonpflanzen bräuchten jetzt sogar zweimal am Tag Wasser. Optimal sei der Wassereinsatz morgens um 5 Uhr oder abends um 19 Uhr. „Ich gieße abends, so kann die Pflanze das Wasser über Nacht aufnehmen.“ Grundsätzlich gelte für alle freistehenden Pflanzen, dass man nah am Stamm die Pflanzen und den Boden wässert. Sicheres Zeichen, dass Pflanzen zu trocken stehen, sei, dass sich die Blätter langsam einrollen.

Den Rasen solle man übrigens bei der kommenden Hitze keinesfalls mähen. „Der verbrennt sonst.“ Und man solle ihn nicht zu stark gießen, Rasen erhole sich nach der Trockenheit gut von ganz alleine.

Die Stadt bringt das Wasser über die Technischen Betriebe und von ihnen beauftragten Firmen zu den durstigen Pflanzen. Weiterhin helfe die Freiwillige Feuerwehr, berichtet Stadtsprecherin Rische. Ziel sei, das flächendeckend und regelmäßig zu erledigen.