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Solingen: In einem Monat geht es los

Solingen : In einem Monat geht es los

In vier bis sechs Wochen starten die Abrissarbeiten am ehemaligen Karstadt-Areal. Bis Herbst 2013 wollen MAB Development und Sonae Sierra den Hofgarten realisieren. Investiert werden 120 Millionen Euro.

Das niederländische Unternehmen MAB Development und der portugiesische Projektentwickler Sonae Sierra werden das Hofgarten-Projekt umsetzen. 120 Millionen Euro werden dafür investiert, das von den HPP Architekten entwickelte Konzept wird optimiert. "In vier bis sechs Wochen geht es mit dem Abrissarbeiten los", kündigte Thomas Binder, Geschäftsführer von Sonae Sierra Deutschland, gegenüber unserer Zeitung an. Bis Herbst 2013 soll der Hofgarten fertiggestellt sein.

Der bisherige Entwickler HLG Projektmanagement ist dagegen nicht mehr im Boot: "HLG ist raus", sagte Binder. Von dem Unternehmen aus Münster habe man das Projekt-Areal gekauft – über die Summe wurde Stillschweigen vereinbart –, ebenso die Abriss- und Baugenehmigung übernommen.

MAB Development und Sonae Sierra haben ein Joint Venture zur Entwicklung eines innovativen Shoppingcenters in der Solinger Stadtmitte geschlossen. Grundlage dafür war die von MAB Development erzielte Einigkeit mit dem Grundstücksverkäufer HLG/Movesta.

Dreigeschossiges Einkaufszentrum

Auf dem 13 000 Quadratmeter großen Grundstück am Graf-Wilhelm-Platz wird ein dreigeschossiges Einkaufszentrum entstehen, wobei das Untergeschoss über die Grundfläche hinaus erweitert wird und es damit dann auch die Fläche, die unter der zentralen Bushaltestelle vor dem Center liegt, umfasst.

Auf zirka 28 000 Quadratmetern vermietbarer Gesamtfläche für Einzelhandelsangebote soll das Shoppingcenter einen hochwertigen Mietermix aus bekannten internationalen und nationalen Marken sowie lokalen Anbietern vereinen. Darüber hinaus sind großzügig angelegte Flächen für Restaurants und Freizeitangebote vorgesehen, teilen die beiden Investoren in einer gemeinsamen Erklärung mit. MAB und Sonae Sierra sind zu je 50 Prozent am Projekt beteiligt. Besuchern und Gästen werden in einem unterirdisch gelegenen Parkhaus rund 600 Stellplätze zur Verfügung stehen.

Das Einkaufszentrum, so die beiden Projektpartner, "wird in starkem Maße zur Wiederbelebung des innerstädtischen Handelsplatzes und damit zur Erhöhung der Anziehungskraft und der Kaufkraftbindung beitragen".

"Wir verfügen über 40 Jahre Erfahrung in der Entwicklung innerstädtischer Quartiere. Davon wird auch dieses Projekt profitieren", sagt Michael L. Flesch, Geschäftsführer der MAB Development Deutschland. "Bei all unseren Entwicklungen steht der Kunde und damit der Nutzen, den ein Shoppingcenter für ihn bringt, im Vordergrund. An diesem Anspruch werden sich die Architektur, die Qualität, der Mieter-Mix sowie die Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit des Projektes ausrichten." Das ehemalige Karstadt-Warenhaus wird konventionell abgerissen, der Turm, wie schon früher geplant, gesprengt. "Wir werden hier auch die Aktion roter Knopf initiieren", kündigt Binder an. Wer am meisten biete, dürfe den roten Sprengknopf drücken. Das so eingenommene Geld wird an eine gemeinnützige Einrichtung gespendet.

"Neuen Schwung für die City" sieht jetzt die Verwaltung. "Ich habe die Zuversicht nie aufgegeben, dass aus dem Hofgarten-Projekt etwas wird. Solingen ist ein wirtschaftlich interessanter Standort mit Zukunft und Chancen. Ich freue mich für unsere Stadt", erklärte Oberbürgermeister Norbert Feith.

Auch Erster Beigeordneter Hartmut Hoferichter ist nach der langen Hängepartie erleichtert, dass nun "Bewegung in ein Projekt gekommen ist, das durch die weltweite Finanzkrise gebremst worden war". "Es ist gut, dass nach vier Jahren Arbeit die Zitterpartie endlich beendet ist", ergänzte Hoferichter.

Die Regionale 2006 habe mit dem neuen Busbahnhof, dem Neumarkt und dem Stadtteilplatz eine neue Innenstadt hinterlassen. "Aber hinter dem Bauzaun vor Karstadt klaffte eine hässliche, städtebauliche Lücke. Ich bin froh, dass sie geschlossen wird", erklärte der Erste Beigeordnete.

Im Weg steht dem Hofgarten nach wie vor der Hedderich-Pavillon. Der darf nach bisherigem Stand zwar abgebaut und an anderer wieder aufgebaut werden, doch Hoferichter hat hier erneut einen Vorstoß bei der Landesregierung unternommen, ob auf den Wiederaufbau verzichtet werden kann: "Ich erwarte dazu kurzfristig eine Klärung."

(RP)