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Solingen: In den USA Fuß gefasst

Solingen : In den USA Fuß gefasst

Der Solinger Thomas Janssen hat den Schritt der Auswanderung in die USA gewagt. Schwierige Monate liegen hinter ihm. In Boston fühlt er sich nun heimisch.

Wirklich zuhause fühlt sich Thomas Janssen noch nicht in den USA, auch wenn er sich mittlerweile dort eingelebt hat. "Es fühlt sich an wie ein längerer Urlaub, und ich habe im Eiltempo einen Plan realisiert, den ich lange in meinem Hinterkopf gespeichert hatte", sagt der 49-jährige Solinger im Rückblick. "Erst jetzt wird mir klar, was für einen großen Schritt ich gewagt habe, und ich möchte Deutschen wie mir gerne ein anderes Bild von Amerika vermitteln, als sie es sich vielleicht immer vorgestellt haben."

Janssen habe feststellen müssen, dass in den USA vieles anders als in Deutschland sei. "Hier erlebte ich schlimme Zeiten und musste lernen, dass ich mit meinem "deutschen Denken" oft nicht weiterkomme." Obgleich er zuvor schon oft in den USA gewesen ist, stellte sich ein Leben dort im Vergleich zu einem Urlaub ganz anders dar.

Vor acht Monaten zog er nach Tampa im Bundesstaat Florida. Vier Umzüge liegen mittlerweile hinter Thomas Janssen. Seit April lebt er in Boston und hat etwas Ruhe gefunden. Nach seiner Ausbildung als Groß- und Außenhandelskaufmann verbrachte Thomas Janssen einige Jahre bei der US Army. Später orientierte er sich beruflich um und war für ein Versandhaus tätig.

In London konnte er anschließend für ein Telekommunikationsunternehmen erste Auslandserfahrung sammeln. Er arbeitete als Dozent und in der Verwaltung einer britischen Kaufhauskette. Thomas Janssen glaubte, sich beruflich in einer Sackgasse zu befinden und nahm erfolgreich an einer Greencard-Verlosung teil. Im September 2011 entschied er sich für Tampa, weil dort vier ehemalige Kollegen lebten und er sich von ihnen Unterstützung erhoffte.

"Der amerikanische Alltag war trotzdem oft befremdlich: Ich musste beispielsweise als längst Erwachsener meinen Ausweis zeigen, um ein Bier zu bestellen." Trotzdem ist es ihm wichtig zu sagen, dass er viele liebenswürdige und hilfsbereite Menschen kennen gelernt hat. Die erste Wohnung in Amerika entpuppte sich leider als gesundheitsgefährdende Unterbringung voller Schimmel. Ein Rechtsstreit mit dem Vermieter folgte. Thomas Janssen wollte weg aus Florida, um die negativen Erlebnisse hinter sich zu lassen. Er entschied sich für seine Lieblingsstadt Boston. Seit April lebt Janssen nun in einer Nachbarstadt von Boston. "Ich bin glücklich und habe endlich meine Ziele verwirklichen können", sagt er.

Wohnung gefunden

Thomas Janssen hat nicht nur eine schöne Wohnung gefunden, sondern auch einen Job. Er ist Mitglied von zwei sogenannten "Meet-up-Groups", in denen er sich regelmäßig mit anderen deutschen Auswanderern trifft. Sogar auf eine feste Beziehung hofft er nach bisherigen Dates.

"Boston ist wunderschön mit seinen historischen Vierteln, Kennedys Geburtshaus und Schule in Brookline, der Hafenpromenade und dem idyllischen Flussweg entlang des Charles River", sagt der Neubürger der Millionenstadt.

Thomas Janssen ist nach acht turbulenten Monaten endlich angekommen.

(pbm)