Immer mehr Tiere in Quarantäne

Solingen : Immer mehr Tiere in Quarantäne

Tierheim braucht Platz für Hunde aus dem Ausland. Weihnachts-Welpen, die dann im Heim landen, gibt es nicht.

Ein süßes Kätzchen als Geschenk? Ein Hundewelpe unterm Christbaum? Tiere zu Weihnachten zu verschenken - diesen Trend gibt es offensichtlich in Solingen nicht. "Wir haben über die Weihnachtstage oder danach weder ausgesetzte Tiere aufnehmen müssen, noch wurden Geschenk-Tiere im Tierheim abgegeben", erzählt Tierheim-Leiterin Andrea Kleimt. Dieses Problem gebe es in Solingen seit Jahren nicht.

Lediglich an Silvester sei ein Hund in Gräfrath gefunden und im Tierheim abgegeben worden. Das Tier war allerdings nur ausgebüxt und ist mittlerweile wieder bei seinen Besitzern.

Viel los war in Glüder trotzdem in den Weihnachtsferien, weil das Tierheim - wie in allen anderen Ferien auch — zahlreiche Pensionstiere aufgenommen hat. "Um Platz für die Pensionshunde zu schaffen, haben wir für diese Zeit beispielsweise keine Hunde aus dem Ausland aufnehmen können", so Kleimt, die seit 14 Jahren das Tierheim leitet. 15 Pensionshunde waren in den Weihnachtsferien in Glüder zu Gast. Insgesamt sind dort derzeit knapp 80 Katzen, 15 Hunde für die Vermittlung und zahlreiche Kleintiere, darunter Kaninchen, Ratten und Degus, zuhause.

Das aktuell größte Problem bereiten dem Tierheim-Team allerdings Hunde, die in Quarantäne untergebracht werden müssen. "Wir arbeiten mit dem Veterinäramt zusammen und nehmen Tiere auf, die beschlagnahmt worden sind", erklärt die Leiterin. Dieses Problem sei besonders bei den Hunden in der jüngsten Vergangenheit deutlich größer geworden. Immer mehr Menschen brächten Hunde aus dem Ausland mit, die beispielsweise keine Tollwut-Impfung haben, so Kleimt: "Viele wissen beispielsweise nicht, dass auch ein Hund aus Holland 21 Tage vor der Ausreise geimpft sein muss."

In Glüder müssen diese Tiere dann erst einmal in Quarantäne untergebracht werden: Drei Wochen bei Tieren aus einem Land der Europäischen Union, drei Monate, wenn das Tier aus einem Drittland kommt. "Derzeit haben wir drei Quarantäne-Hunde bei uns", erklärt die Tierheim-Leiterin — obwohl es eigentlich nur zwei Räume dafür gibt. Ein dritter musste zusätzlich eingerichtet werden. "Das bedeutet für unsere Mitarbeiter, sich vor Betreten und nach Verlassen des Raumes jedes Mal komplett umzuziehen und die Schuhe zu desinfizieren."

Das Tierheim würde gerne eine Quarantänestation auf dem Gelände bauen. "Aber die Baukosten sind explodiert", sieht Kleimt das Projekt in weite Ferne gerückt. Verteuert werde das Bauvorhaben, das der Verein alleine stemmen müsste, auch dadurch, dass Baumaschinen und Laster nicht über die kleine Brücke vor dem Tierheim fahren können und stattdessen Kräne eingesetzt werden müssten, was die Kosten in die Höhe treibt.

(RP)
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