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Solingen: Im Auto erschossen

Solingen : Im Auto erschossen

Während eine 41-jährige türkische Frau gestern früh ausparkte, soll ihr 44-jähriger türkischer Freund durch die Scheibe auf sie geschossen und sie tödlich verletzt haben.

"Ist etwas Schlimmes passiert?", "Gab es einen Unfall?", "Wurde etwa ein Kind verletzt?" — die Fragen der aufgeregten Anwohner, die gestern vor den rot-weißen Absperrbändern der Polizei auf der Hacketäuerstraße Halt machen mussten, waren fast immer dieselben. Doch die Beamten waren beschäftigt. Nicht weit vom Gelände der Firma Forst entfernt soll gestern früh um acht Uhr ein 44-jähriger Mann seine 41-jährige Freundin erschossen haben.

Die türkische Solingerin hatte gerade mit ihrem Geländewagen ausparken wollen, als der Mann an die Fahrerseite trat, mit einer 7,65-Millimeter-Pistole auf ihren Kopf zielte und abfeuerte, so die ersten Erkenntnisse der Polizei. Schwer verletzt brach die Frau am Steuer zusammen. Ihr Auto raste jedoch einige Meter weiter in einen geparkten Pkw. Die 41-Jährige starb kurze Zeit später im Städtischen Klinikum.

Ihr Freund ließ sich am Tatort widerstandslos festnehmen. Heute soll gegen ihn Haftbefehl erlassen werden. Eine Mordkommission ermittelt. Nach Auskunft der Polizei waren der Mann und die Frau weder verheiratet noch lebten sie zusammen. Sie sind auch keine Anwohner der Hacketäuerstraße. Angaben zum Motiv der Tat konnten die Beamten aber noch nicht machen. Die Leiche der Frau wurde gestern obduziert.

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Auf dem Asphalt markierten zwei gelbe Linien die schwarze Fahrspur des Geländewagens der 41-Jährigen. "Sicherlich das Reifengummi", mutmaßten einige Beobachter hinter den Absperrbändern. Auch Ljubomir Vaskovic verfolgte, wie Polizisten in weißen Overalls die Abstände der Autos auf der Straße vermaßen, weiße Kreidelinien auf den Asphalt zeichneten und ein umgekipptes Warndreieck genauer in Augenschein nahmen. "Das ist aus meinem Auto", rief der 46-Jährige den Beamten zu. Er meinte damit den silbergrauen Pkw, in den die schwerverletzte Frau mit ihrem Wagen geprallt war.

Vaskovic wohnt in einem Häuserblock schräg gegenüber der Firma Forst. Sein 20-jähriger Sohn hatte den Krach am Morgen gehört. Auf der Straße sah der junge Mann dann die verkeilten Autos und die blutüberströmte Frau. Er stellte das Warndreieck aus dem Wagen seines Vaters auf und rief die Polizei.

Letzteres taten auch andere Anwohner, die zwar einen Schuss gehört hatten, aber nicht ihren Ohren glauben wollten. Sie meldeten den Beamten daher zunächst einen Verkehrsunfall. Erst vor Ort stellte sich der Polizei das Ausmaß der Tat dar.

Ljubomir Vaskovic mag das Geschehene auch noch immer nicht so recht glauben. Seit 17 Jahren wohnt der Kfz- und Lackierermeister an der Hacketäuerstraße. "Das ist eigentlich eine ruhige Gegend hier." Andere Anwohner hinter den Absperrbändern bestätigen dies. "Hier wohnen viele Nationalitäten, auch viele Türken", sagt ein Grieche: "Aber das sind ganz liebe Menschen."

Die Polizei will heute das Obduktionsergebnis bekannt geben.

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(RP)