ICE-Verbindung von Solingen nach Berlin bleibt

Bahnverkehr : Solingen behält ICE-Verbindung nach Berlin

Der neue Winter-Fahrplan bereitete vielen Bahnkunden zuletzt Kopfzerbrechen. Der einzige ICE, mit dem man ohne Umsteigen in Hauptstadt kommt, war verschwunden. Jetzt kehrt er aber zurück. Die Bahn spricht von einem Irrtum.

Der neue Fahrplan der Deutschen Bahn AG, der ab Mitte Dezember gelten soll, war gerade wenige Stunden alt – da fühlten sich etliche Solinger Bahnkunden in der vergangenen Woche einmal mehr auf das sprichwörtliche Abstellgleis geschoben. Wer sich nämlich die vielen Abfahrts- und Ankunftszeiten etwas genauer anschaute, dem blieb nicht lange verborgen, dass am Solinger Hauptbahnhof ausgerechnet eine besonders wichtige Verbindung scheinbar ersatzlos gestrichen worden war.

Der ICE 853, der bislang die Klingenstadt an jedem Morgen ab 6.04 Uhr mit Berlin verbunden hatte, fehlte. Was wiederum bedeutet hätte, dass Solingen in Sachen Schienenverkehr endgültig von der Hauptstadt abgekoppelt worden wäre. Aber ganz so schlimm wird es am Ende wohl nicht kommen, gab es vonseiten der Bahn doch jetzt zunächst einmal wieder Entwarnung. Denn wie eine Sprecherin des Konzerns am Wochenende auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilte, wird die Klingenstadt auch nach dem Fahrplanwechsel ihre einzige Direktverbindung nach Berlin behalten.

„Die Änderung wurde irrtümlich in den neuen Fahrplan aufgenommen und wird in den kommenden Tagen korrigiert“, hieß es aus der NRW-Zentrale der Bahn in Düsseldorf. So werde der Morgenzug genauso bestehen bleiben wie jener ICE in umgekehrter Richtung, der nachmittags in der Hauptstadt losfährt und am späten Abend Solingen erreicht.

Tatsächlich, so die Bahn-Sprecherin, gebe es augenblicklich zwar viele Baustellen, die wiederum zur Folge hätten, dass Verbindungen zeitweise ausgesetzt beziehungsweise Züge umgeleitet werden müssten. Gleichwohl sei vonseiten der Bahn AG aber nicht geplant, den Zugverkehr zwischen der bergischen Region und Berlin auszudünnen.

Damit dürften sich bis auf Weiteres auch die schlimmsten Befürchtungen von Reiner Nießen, Vorsitzender des Verkehrclubs Deutschland (VCD) im Bergischen Land, erledigt haben. Schon seit Jahren setzen sich Nießen und der Verkehrsclub für einen Ausbau der Bahnverbindungen ein, weswegen der erste Schrecken über die vermeintlich vorgenommene Zug-Streichung entsprechend groß war. Dies sei ein völlig falsches Zeichen, hatte der VCD-Chef beispielsweise unmittelbar nach der Bekanntgabe des neuen Fahrplans und vor der nun erfolgten Korrektur betont.

Wobei aus Sicht des VCD auch nach der Rücknahme nach wie vor Handlungsbedarf besteht. So spricht sich der Verband bereits seit vielen Jahren für eine konsequente Stärkung des Schienenverkehrs aus, da nach Überzeugung des Verkehrsclubs nur darin der Schlüssel für eine nachhaltige Mobilitätswende zu finden ist.

Demzufolge wurden die zuletzt umgesetzten Verbesserungen am Solinger Hauptbahnhof vom VCD prinzipiell begrüßt. Dort hatte die Bahn für umfassende Sanierungen über neun Millionen Euro in die Hand genommen, was allein aber noch nicht reicht, mehr Pendler und Reisende dauerhaft zum Umstieg vom Auto auf den Zug zu bewegen.

Darum investiert die Bahn AG weiter in die Infrastruktur. Was allerdings noch eine ganze Weile zu Ärger führen dürfte. So war Solingen in diesem Jahr gleich für mehrere Monate in Gänze vom ICE-Netz abgehängt. Der Grund: In der Nähe von Bielefeld mussten einige Brückenbauwerke instand gesetzt werden, so dass der Zugverkehr aus dem Bergischen Land in Richtung Osten unterbrochen war.

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