Solingen: Hunde müssen auf Trasse angeleint werden

Solingen: Hunde müssen auf Trasse angeleint werden

Eigentlich gefällt Ruth Hein die Korkenziehertrasse. Doch wenn die Ehrenpräsidentin des Solinger Sportbundes dort mit dem Rad unterwegs ist, ärgert sie sich regelmäßig. Und zwar über Hundebesitzer.

"Letztens musste ich wieder stoppen und absteigen, weil mir ein großer Hund fast ins Rad gelaufen wäre", berichtet die Morgenpost-Leserin. Sein Herrchen habe sich mit Hein sofort angelegt, die von ihm gefordert hatte, das Tier an die Leine zu nehmen. "Der Mann hat behauptet, auf der Trasse gebe es keine Leinenpflicht." Solche Beinahe-Unfälle mit anschließenden Streitgesprächen habe sie oft. "Warum stellt die Stadt keine Schilder auf, die auf die Leinenpflicht hinweisen?", fragt Hein. "Ich würde so ein Schild auch sponsern."

Doch dafür sieht die Stadtverwaltung keinen Anlass. Denn eigentlich sei alles klar geregelt. "Laut Landeshundegesetz müssen Hunde an Orten mit hohem Publikumsverkehr an einer angemessenen Leine geführt werden, und dazu gehört nun mal die Korkenziehertrasse", sagt Stadtsprecherin Sabine Rische.

Das Ordnungsamt kontrolliere auch regelmäßig, ob sich Herrchen und Frauchen daran halten. Wenn nicht, drohen Bußgelder. "Wer zum ersten Mal erwischt wird, muss mit 25 bis 35 Euro plus Bearbeitungsgebühren rechnen. Beim wiederholten Mal werden ab 50 Euro plus Gebühren fällig."

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Bei uneinsichtigem Verhalten könne das Bußgeld auch deutlich höher ausfallen. Über Schilder habe man nachgedacht, sie aber wieder verworfen. "Wir wollen keinen Schilderwald", erklärt Rische. "Und die Anleinpflicht sollte jedem Hundebesitzer bekannt sein." Allerdings hätten die Ordnungshüter auch einen Ermessensspielraum. Wenn auf der Trasse nichts los sei, dürften sie schon mal ein Auge zudrücken.

Sabine Rische ist selbst Hundebesitzerin und nutzt die Trasse ab und zu für Spaziergänge. "Das Wichtigste ist doch die gegenseitige Rücksichtnahme", meint sie. Auch ein Tier an der Leine sei kein Freibrief für einen Radfahrer, die Strecke im Renntempo zu nehmen. Schließlich könne ein Hund mal unvermittelt zur Seite springen. Hundebesitzerin Petra Reczko wünscht sich daher, dass Radfahrer von hinten öfters mal klingeln.

(RP)