1. NRW
  2. Städte
  3. Solingen

Solingen: Hüter von 58 Biotopen in der Stadt

Solingen : Hüter von 58 Biotopen in der Stadt

Erfolgreiches Modell für praktischen Naturschutz: Die Stiftung zum Schutz von Tier und Natur Solingen setzt sich seit einem Vierteljahrhundert für neue und bestehende Biotope im Stadtgebiet ein.

Die Bilanz ist beeindruckend: 58 Biotope pflegen die Mitglieder derzeit. Und ein weiteres Projekt ist schon in Planung: "Wir wollen in Zusammenarbeit mit Forstbeamten ein Wiesengrundstück am Kohlsberg bepflanzen", berichtet Gerhard Bahmer, Vorsitzender der Stiftung zum Schutz von Tier und Natur. Die feierte am 19. März — aus internen Gründen leicht verspätet — ihr Jubiläum.

1987 hatten die Solinger Jäger die Institution aus der Taufe gehoben. Wer der Kreisjägerschaft beitritt, wird auch Mitglied der Stiftung, die sich über Beiträge, Spenden sowie regionale und kommunale Mittel finanziert. Schon in den späten 1970er Jahren hatten sich Vertreter der Jäger, Forstwirte, Landwirte, Sportfischer sowie Vogelkundler, Tier- und Umweltschützer zu einem Arbeitskreis zusammengeschlossen, um sich gemeinsam für die Bewahrung des Naturraumes in der Klingenstadt einzusetzen.

Diese umfassende Kooperation machte sich auch außerhalb des Bergischen Landes als "Solinger Modell" einen Namen. Ein Kuratorium aus dem Arbeitskreis entscheidet, für welche Projekte die Stiftung ihr Geld verwendet. Eine Expertengruppe urteilt darüber, welche Maßnahmen sich zur Aufwertung eines Grundstücks eignen. Ist schließlich ein Plan erstellt, pflanzen Gartenbauer zum Beispiel Obstbäume und Sträucher auf dem jeweiligen Gelände an oder schaffen Tümpel als neue Lebensräume. Oft spreche es sich zwischen den Bürgern herum, dass sich die Stiftung um die Pflege von Grundstücken kümmere, erzählt Bahmer: "Die Eigentümer wenden sich dann an uns und fragen, was man verbessern könnte."

Um die Pflege der Biotope nach ihrer Bepflanzung kümmern sich ehrenamtliche Helfer. Sie schneiden Hecken, mähen Wiesen oder entfernen Springkraut von Tümpeln. Neben Privatgrundstücken bewirtschaftet die Stiftung auch städtische und sogar selbst erworbene Biotope. Schilder mit der Aufschrift "Biotopschutzfläche" kennzeichnen die gepflegten Gebiete. Um das Bewusstsein für die Natur und ihre Erzeugnisse zu verbessern, organisiert die Stiftung auch Waldbegehungen mit Schulklassen und stellt Schulen Obst aus zwei Biotopen für ein gesundes Frühstück zur Verfügung.

Für die Zukunft erhofft sich Gerhard Bahmer die Vertiefung der Zusammenarbeit mit der Waldschulenahe der Sengbachtalsperre und weitere Kooperationspartner: "Die Stiftung muss sich weiter öffnen." Was die Anzahl der gepflegten Biotopflächen betreffe, sei die Initiative gut aufgestellt, resümiert der 65-Jährige pensionierte Lehrer, der viel Herzblut in seine Arbeit steckt: "Der Aufgabe habe ich mich verschrieben. Auch wenn es frustrierende Momente gibt, macht sie mir immer große Freude."

(ied)