Solingen: Hoppeditz ist wieder ein Politiker

Solingen: Hoppeditz ist wieder ein Politiker

Tim Kurzbach (SPD) stieg gestern um 11.11 Uhr aus der Tonne und folgte damit auf Arne Moritz (CDU).

In Ohligs wurde es gestern Morgen laut: Angeführt von der Solinger Stadtkapelle mit lauten Tönen, bewegte sich ein langer Zug vom Kelders- zum Marktplatz. Gleich hinter der Musik marschierten Oberbürgermeister Norbert Feith und die Mitglieder des Festausschusses Solinger Karneval (FSK). Weiter waren Vertreter sämtlicher angeschlossener Karnevalsgesellschaften mit von der Partie.

Bunt hoben sich die Tanzgarden hervor: rot-weiß die aus Aufderhöhe, pinkfarben die "Glitzer-Funken", lila die "Himmelsfunken", blau-weiß die Funkengarde, in feurigem Rot die Schiwa-Tanzformation. Eine große bunte Tonne, die sich leicht hin und her bewegte, wartete bereits auf der Bühne.

"Was für ein toller Anblick", freute sich Joachim Junker, Vorsitzender des FSK, angesichts der vielen, vielen Besucher auf dem Marktplatz. Die karnevalsfreie Zeit sei endlich vorbei, und es sei Zeit, den Hoppeditz aus seinem Tiefschlaf zu wecken. Junker bat den Oberbürgermeister auf die Bühne, auch Ingrid Kliewer, die Präsidentin des Dachverbandes der hiesigen Karnevalisten, sowie Vertreter sämtlicher Karnevalsgesellschaften in Solingen.

Bis dahin war so viel Zeit verstrichen, dass es Zeit war, die fünfte Jahreszeit offiziell zu eröffnen. Den Countdown bis genau 11.11 Uhr zählte der OB mit Junker und dem gesamten Publikum gemeinsam: Dann endlich öffnete sich die Tonne, und in rot-weiß gewürfeltem Kostüm, mit langer Zipfelmütze, stieg der Hoppeditz heraus. Das bis dahin streng gehütete Geheimnis um seine Person lüftete Junker endlich, nachdem der Hoppeditz eine tolle Rede gehalten hatte.

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"Ist denn hier nix passiert?", fragte er. Es müsse doch in Solingen voran gehen. Die Brücke solle zwar Weltkulturerbe werden, aber kein Zug führe darüber. Auch die Viehbachtalstraße sei nicht befahrbar, dafür sei das Rathaus noch nicht ganz bezahlt, aber schon reparaturbedürftig. Er gab Tipps zur Haushaltssanierung, und endete in Reimen: "Einmal im Jahr zum Narren zu werden, ist so schön wie der Himmel auf Erden."

Mit Tim Kurzbach haben die Jecken in dieser Session einen Hoppeditz, der aktiv ist im Sport, bei der Arbeiterwohlfahrt und sich auch gesellschaftlich engagiert. Außerdem ist er laut Junker seit genau acht mal elf Stunden Fraktionsvorsitzender der SPD im Solinger Stadtrat. Vom Oberbürgermeister bekam er den allerersten persönlichen Orden.

Die Session war damit offiziell eröffnet, und 94 turbulente Tage stehen laut Junker bevor.

(koh)
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