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Solingen: Hohen Besuch bewirtet

Solingen : Hohen Besuch bewirtet

Hohe Sicherheitsstufe herrschte bei der Verleihung des Genç-Preises nicht nur imTheater und Konzerthaus, sondern auch im Restaurant "Fasil", wo anschließend gespeist wurde.

Montags ist Ruhetag im türkischen Restaurant "Fasil". Zumindest normalerweise. Diese Woche jedoch wurden die Türen weit geöffnet. Nach der erstmaligen Verleihung des Genç-Preises kamen unter anderem die Familien Genç und Kaplan, Integrationsminister Laschet, der türkische Staatsminister Yazicioglu, der türkische Botschafter und die Chefredakteure türkischer Zeitungen an den Neumarkt, um sich zu stärken.

"Es gab Suppe, kalte und warme Vorspeisen, Fisch und als Dessert die türkische Süßspeise Baclava", berichtet Sükrü Edis. Der 43-Jährige ist Geschäftsführer des vor einem Jahr eröffneten Restaurants. Insgesamt zu Fünft kümmerte man sich dort um die rund 80 Gäste. "Es ist eine Ehre, dass wir für diesen Abend ausgesucht worden sind." Da habe sich die Aufregung gelohnt.

Unbekannt ist Edis die Familie Genç nicht. "Sie kommt ab und zu hier essen", berichtet er. Sohn Kamil Genç kenne er außerdem von der Zeit, als beide noch Taxi gefahren seien. "Die Türken in Solingen kennen sich sowieso alle untereinander."

Dass die Atmosphäre im "Fasil" — das auf Deutsch sowohl "Theater-akt" als auch "Gänge eines Menüs" bedeutet — so locker sein konnte, wie sie war, dafür hatte auch die Polizei gesorgt. "Sie hat sich schon einige Tage vorher im Restaurant alles zeigen lassen", erzählt Sürkü Edis. Am Abend selbst wachten einige Streifenwagen vor dem Restaurant. Drinnen hielten Personenschützer und Beamte in zivil das Geschehen im Auge. Im Theater und Konzerthaus war zuvor ein noch größeres Aufgebot an Sicherheitskräften vertreten. "So hohe Sicherheitsstufen wie für Kanzlerin und Bundesinnenminister gibt es für kaum jemanden", sagt Klaus Peter Voigt.

Der städtische Hallenmanager hatte die Verleihung des Genç-Preises, zu der auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble kam, zusammen mit Land und Bund organisiert. "Die Bombenspürhunde haben jedes Instrument und jeden einzelnen Stuhl im Saal untersucht", berichtet der 52-Jährige, der seit 1980 bei der Stadt tätig ist. "Erst dann gab es die Freigabe."

Polizeisprecher Gustav Heyer kann sich an keinen anderen Fall der vergangenen Jahre erinnern, bei dem ein so hoher Personenschutz aufgeboten wurde. "Der Einsatz diese Woche ist — abgesehen vom Honnecker-Besuch in Wuppertal — einzigartig", sagt er.

Demzufolge ist Klaus Peter Voigt glücklich, dass alles ohne Zwischenfälle geklappt hat. "Wir haben gezeigt, dass Solingen in der Lage ist, einer solchen Veranstaltung einen würdigen Rahmen zu bieten", sagt er. Und diese Kenntnis kann er brauchen. "Dieses Jahr steht noch eine Großveranstaltung in ähnlichem Rahmen an", sagt er. Welche, will er aber nicht verraten.

Auch Sükrü Edis ist zufrieden mit dem reibungslosen Ablauf am Neumarkt: "Ich hoffe, dass noch andere Politiker zu uns kommen."

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(RP)