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Hartmut Hoferichter: Hofgarten wird Magnet für die ganze City

Hartmut Hoferichter : Hofgarten wird Magnet für die ganze City

Stadtdirektor Hartmut Hoferichter rechnet fest damit, dass das neue Einkaufscenter ein Erfolg wird. Dabei sieht er aber nicht allein die Innenstadt auf einem guten Kurs. Auch für andere Stadtteile glaubt der Stadtdirektor an einen Aufschwung.

Herr Hoferichter, in drei Tagen öffnet der Hofgarten. Viele Solinger sind schon gespannt. Sie waren bereits öfter im Inneren. Können Sie uns sagen, was uns demnächst im neuen Einkaufscenter erwartet?

 Der Solinger Stadtdirektor Hartmut Hoferichter ist optimistisch.
Der Solinger Stadtdirektor Hartmut Hoferichter ist optimistisch. Foto: Archiv

Hoferichter Auf jeden Fall wird es viele Geschäfte mit Sortimenten geben, die neu für Solingen sind und das Angebot in der City erheblich verbessern. Aber ehrlich: In den vergangenen Wochen war ich selbst nicht mehr im Hofgarten. Denn ich hätte den vielen Leuten, die dort zurzeit alles aufbauen, nur im Weg gestanden.

Eng könnte es auch nach der Eröffnung werden. Rechnen Sie mit einem Besucheransturm in Solingen?

Hoferichter Es werden viele Gäste aus der Stadt, aber auch von außerhalb kommen. Schließlich haben die Hofgarten-Betreiber im Umland ebenfalls geworben. Die Besucher werden ein positives Bild von unserer Stadt und den Aktivitäten bekommen.

Dann dürfen sie sich aber nicht zu weit vom Hofgarten entfernen. Immerhin gibt es auch kritische Stimmen. Einige unken, durch den Hofgarten kommt es in anderen Teilen der City zu Leerstand. Und in der Tat tun sich an der Hauptstraße und der Linkgasse bereits Lücken auf.

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Hoferichter Mit einer solchen, vorübergehenden Entwicklung haben wir gerechnet. Wir wären die erste Stadt, in der dies nicht der Fall wäre. Doch genau aus diesem Grund haben wir mit City 2013 ja ein Paket geschnürt, um die Innenstadt als Ganzes attraktiver zu gestalten.

Und das gelingt?

Hoferichter Ja, denken Sie nur an den Umbau des Alten Marktes und das Konzept "Lenken und Leiten", mit dem wir eine Verbindung vom Hofgarten zu den anderen Teilen der City schaffen. Am Fronhof und in der unteren Hauptstraße tut sich beispielsweise auch viel.

Das alles beseitigt aber nicht den Leerstand.

Hoferichter Stimmt. Allerdings schaffen wir so einen Rahmen, der die Innenstadt für Investoren attraktiver macht. Auf der Messe Expo Real in München haben wir bereits gemerkt, dass das Interesse an Solingen gestiegen ist. Positiv ist auch, dass die Clemens Galerien hier sehr aktiv sind.

Dann ist damit zu rechnen, dass auch solche Schandflecke wie das Appelrath & Küpper-Gebäude demnächst wieder in neuem Glanz erstrahlen?

Hoferichter Langsam. Wir als Stadt können die Immobilien ja nicht selbst vermieten. Das müssen schon die Eigentümer machen. Und gerade in dem von Ihnen angesprochenen Fall will ich nicht verhehlen, dass es noch Schwierigkeiten gibt. Uns sind die Hände gebunden, wenn wir dem Besitzer, wie geschehen, Vorschläge zur Vermietung machen — und er dann nicht darauf eingeht.

Vielleicht weiß dieser Besitzer ja auch gar nicht um die Chancen, die seine Immobilie bringt, weil er es wegen der schlechten Verkehrsanbindung noch nie bis Solingen-City geschafft hat!?

Hoferichter (lacht) Das ist jetzt aber nicht Ihr Ernst. Natürlich hätte ich mir in Bezug auf die Hofgarten-Eröffnung gewünscht, wir wären in Sachen Dickenbusch schon weiter gewesen. Aber auch so ist beim Verkehr und beim Parken schon manches geschehen.

Zum Beispiel?

Hoferichter Nun, zum Beispiel wird allein durch den Hofgarten selbst das Parkangebot um rund 650 Plätze erhöht. Es sind also genug Stellplätze vorhanden. Dazu kommt, dass der Weg in die City ebenfalls erleichtert wurde. So geht in diesen Tagen die Ampel an der Ecke Weyersberger Straße / Friedrichstraße — rechtzeitig zur Hofgarten-Eröffnung — in Betrieb. Und die Betreiber werden mit Hinweisschildern im bestehenden Parkleitsystem die Anfahrt erleichtern.

Stichwort Leitsystem: Das fordern auch die Hauseigentümer von Haus & Grund. Und nicht nur das. Sie bemängeln, dass sich viele Bürger in der Innenstadt nicht mehr sicher fühlen. Darum wird nun ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen gefordert.

Hoferichter Dieses Thema sehe ich nicht auf der Tagesordnung. Aber natürlich ist es so, dass die Stadt die Ängste und Sorgen ernst nimmt. Wir befinden uns im Dialog. Es gab bereits ein Gespräch mit Haus & Grund — und es werden weitere folgen.

Nur reden bringt allerdings nicht viel.

Hoferichter Das ist richtig. Deshalb entwickeln wir ja auch konkrete Maßnahmen. Das können zum Beispiel, was die Drogenszene angeht, Beratungsangebote sein. Dazu muss man aber alle mitnehmen. So gibt es einen Runden Tisch zur Innenstadt. Und Oberbürgermeister Norbert Feith hat bereits eine Solinger Konferenz für Sicherheit und Vorbeugung angekündigt.

Was hat es mit dieser Konferenz auf sich?

Hoferichter Dabei bringen wir gesellschaftliche Kräfte und Verantwortliche für Sicherheit und Ordnung zusammen, um Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und abgestimmt zu handeln.

Das alles betrifft die Innenstadt. Doch wie sieht es in den anderen Solinger Zentren wie Wald und Ohligs aus?

Hoferichter Ich denke, auch dort befinden wir uns auf einem guten Weg. So gibt es in Wald neuerdings einige neue, interessante Geschäfte und positive Entwicklungen . . .

. . . . während es in Ohligs mit dem O-Quartier weiterhin nicht vorangeht.

Hoferichter Leider gibt es noch immer keine Neuigkeiten, was neue Mietverträge mit Handelsgeschäften angeht. Dafür tut sich nun aber etwas im Wohnungsbaubereich. Da werden Verhandlungen mit konkreten Interessenten geführt. Kommt es zu Ergebnissen, könnte es auch mit dem Abriss der alten Bebauung vorangehen und die Sache nähme Fahrt auf — was allerdings auch nötig ist.

MARTIN OBERPRILLER FÜHRTE DAS GESPRÄCH

(RP)