Interview mit Richard Schmidt: "Hofgarten ist die Attraktion in Solingen"

Interview mit Richard Schmidt : "Hofgarten ist die Attraktion in Solingen"

Richard Schmidt, Bezirksbürgermeister von Mitte, hätte sich gerne einige Bekleidungsgeschäfte für die ältere Generation gewünscht.

Der Hofgarten ist jetzt seit einem Monat geöffnet. Ist das Einkaufscenter eine Bereicherung für die Stadt?

Schmidt In jeder Hinsicht ist der Hofgarten ein Hingucker und die Attraktion in Solingen geworden. Der Hofgarten belebt die Innenstadt und zieht die Solinger Bürgerinnen und Bürger immer wieder an. Vor Eröffnung des Einkaufscenters ging viel Kaufkraft an andere Städte verloren. Einiges dieser Kaufkraft wird dadurch wieder zurück gewonnen, da Solingen eine gleichwertige und schnell erreichbare Alternative bietet.

Haben sich Ihre persönlichen Erwartungen erfüllt?

Schmidt Mehr als das. Ich hätte nie geglaubt, dass dieses architektonisch gelungene Gebäude auf eine so große Resonanz stößt und so viele Besucher aus den Nachbarstädten kommen, um hier bei uns einzukaufen. Das belegen die Zahlen bei der Eröffnung und den nachfolgenden Tagen.

So viele wirklich neue Geschäfte für Solingen sind allerdings nicht dabei.

Schmidt Das stimmt nur zum Teil. Wir haben eine Reihe neuer Geschäfte dazugewonnen. Diese werden in großem Maße von der jüngeren Generation frequentiert. Wie bereits von mir in der Vergangenheit betont, hätte ich mir ein paar Bekleidungsfachgeschäfte für die ältere Generation der Solinger Bürgerinnen und Bürger gewünscht. Es besteht der Bedarf an Fachgeschäften mit solch einem Warenangebot, die auch gleichzeitig eine Bereicherung der Innenstadt darstellen.

  • Fotos : Kunden stürmen den neuen Hofgarten in Solingen
  • Fotos : Viel Programm beim Brückenfest
  • Fotos : Vor der Eröffnung: So sieht der Hofgarten aus

Am Neumarkt/Graf-Wilhelm-Platz geht jetzt sozusagen die Post ab, in den Clemens-Galerien und anderen City-Bereichen macht sich allerdings Leerstand breit. Was kann die Bezirksvertretung dagegen unternehmen?

Schmidt In Zusammenarbeit mit dem Stadtdienst Stadtentwicklungsplanung suchen wir gemeinsam Lösungen und Ideen, wie man den Leerstand der abgewanderten Händler wieder ausgleichen kann. Bestes Beispiel ist hier der Kaufhof, wo bereits eine der leerstehenden Etagen mit einem zusätzlichen Warensortiment und dem Verkaufsshop von Zwilling dem Leerstand getrotzt hat. Zu erwähnen wäre auch, dass der Ladenmietpreis für viele Interessenten ein Hindernis darstellt.

Wie kann die durch den Hofgarten ausgelöste Verkehrsproblematik gelöst werden?

Schmidt Dies ist bereits durch die Stadtverwaltung geschehen. Der Lösungsansatz sind gezielt platzierte Zusatzschilder, die den Verkehrsfluss zum Hofgarten hin und vom Einkaufs-Center weg in die anderen Stadtteile weiterleitet. Navigationsgeräte in den Kraftfahrzeugen unterstützen die Besucher ebenfalls, den günstigsten Hin- und Rückweg zu finden. Sobald der Stadt Solingen die notwendigen Mittel zur Verfügung stehen, kann man ein neues Leitsystem in Erwägung ziehen.

Rächt es sich im Nachhinein, dass die beiden geplanten Kreisverkehre am Dickenbusch nicht schon früher in Angriff genommen worden sind?

Schmidt Nein. Der bei Eröffnung des Hofgartens in den ersten sieben Tagen gemessene Verkehrsfluss war eine Ausnahme. Dies führte natürlich zu Staus und einer zeitweiligen Überlastung der Innenstadt. Selbst die Kreisverkehre am Dickenbusch hätten dieses außergewöhnlich hohe Verkehrsaufkommen nicht bewältigen können. Außerdem ist das Projekt Dickenbusch nicht alleine zu sehen. Dieses Gesamtkonzept setzt sich zusammen aus der Instandsetzung der Kölner Straße, Verlegung und Installation von Versorgungsleitungen der Stadtwerke Solingen und den Kreisverkehren. Es würde keinen Sinn machen, diese aufeinander abgestimmten Maßnahmen einzeln umzusetzen.

Kommen wir zum kommunalen Einzelhandelskonzept. Im Gegensatz zur Verwaltung gehört für die Bezirksvertretung auch die Konrad-Adenauer-Straße zum engeren City-Bereich. Glauben Sie, dass der Planungsausschuss und der Stadtrat das auch so sehen?

Schmidt Richtig. In der letzten Sitzung der Bezirksvertretung Mitte am 14. November hat sich die Bezirksvertretung für die Variante 1, Einbezug der Konrad-Adenauer-Straße bis einschließlich Werwolf, ausgesprochen. Dies hat zur Folge, dass der City-Bereich wie in Variante 1 beschrieben nicht eingeschränkt werden darf. Ich gehe davon aus, dass der Planungsausschuss und der Stadtrat unserem Beschluss folgen werden. Eine andere Variante würde keinen Sinn machen.

UWE VETTER FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

(RP)