Solingen: Helfer, die keine Fragen stellen

Solingen: Helfer, die keine Fragen stellen

Wer im Medimobil Hilfe sucht, muss keine Erklärungen abgeben. Mit dem neuen Fahrzeug, das gestern übergeben wurde, können die Ärzte, die das Fahrzeug zusammen mit Freiwilligen des DRK fahren, noch flexibler reagieren.

Manchmal erzählen die Menschen, warum sie sich einen Arztbesuch nicht mehr leisten können. Zum Beispiel, wenn sie einmal selbstständig und privat versichert waren, in Not gerieten, die Beiträge für die Krankenversicherung nicht mehr aufbringen können und die gesetzliche sie nicht mehr nimmt.

"Die Zahl der Menschen, die nicht versichert sind, steigt", weiß Dr. Christoph Zenses, der mit seinen Kolleginnen und Kollegen vom Ärztenetzwerk Solimed das Medimobil ins Leben rief. In dem Fahrzeug wird jeder behandelt, und wer den Besuch nicht begründen möchte, wird auch nicht gefragt. Dies ist ein Grundsatz dieser Hilfe, die seit gestern ein wenig leichter geworden ist. Auf Initiative des Rotary Clubs Klingenpfad, der Stadtsparkasse sowie vieler anderer Spender konnte gestern ein Mercedes Sprinter übergeben werden, der nur in Solingen zum Einsatz kommt. Bisher kam das Medimobil aus Wuppertal.

Das neue Medimobil ist bei der Solinger Tafel an der Ernst-Woltmann-Straße stationiert. "Die Ärzte des Solimed-Netzwerkes kooperieren schon lange eng mit der Tafel in allen sozialmedizinischen Projekten", erklärt Dr. Christoph Zenses gestern bei der Übergabe des Kleintransporters, der zuvor bei den Johannitern in Magdeburg als Rettungswagen im Einsatz war. So war der Tafelladen auch bislang schon Anfahrtsstelle für das immer dienstags fahrende Medimobil.

Flexibler einsetzbar

"Wir werden künftig weiter dienstags ab 17 Uhr mit dem Fahrzeug unterwegs sein", sagt Christoph Zenses. Anfahrtsstellen sind der Ohligser Bahnhof, die Faxe an der Hansastraße, der Mühlenplatz und die Notschlafstelle. Durch die Tatsache, dass Solingen nun ein eigenes Fahrzeug hat, können die Helfer flexibler reagieren. Auch die Gefahr, dass das Fahrzeug wegen schlechter Witterung den Weg nach Solingen nicht schafft, ist ausgeschlossen.

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Dass das Medimobil von Freiwilligen des DRK gefahren wird, bedeutet auch, dass neben den Ärzten immer eine weitere medizinisch ausgebildete Kraft anwesend ist, manchmal ist auch noch eine Arzthelferin in freiwilligem Einsatz.

Eine Tafel für Medikamente

Neben dem Medimobil, wo Bedürftige medizinisch versorgt werden, gibt es die Medikamententafel, mit der die medizinische Grundversorgung gesichert wird. Rezeptfreie Medikamente, die die Krankenkasse nicht übernimmt, werden zum halben Preis abgegeben. Die Grünewaldapotheke, die Schwanenapotheke, die Marienapotheke und die Marktapotheke unterstützen hier besonders die Medikamententafel.

Ein weiterer Baustein der Hilfe ist die Unterstützung Bedürftiger durch die Familienhebamme, die sich um Mütter und Kinder im ersten Lebensjahr kümmert.

www.medizinsche-hilfe-solingen.de

(RP/rl)
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