Solingen: Heimbewohner bei Solimed vernetzt

Solingen: Heimbewohner bei Solimed vernetzt

Das Ärztenetz Solimed plant die Einführung eines elektronischen Pflegeberichts für Solingens Alten- und Pflegeheime.

Wenn der Arzt an wichtige Informationen nicht herankommt, kann das gefährliche Folgen haben: Allergien gegen bestimmte Medikamente bleiben dann womöglich genauso im Unklaren wie Begleiterkrankungen, die bei der Behandlung eigentlich berücksichtigt werden müssten. "Manchmal fehlt die Zeit für notwendige Telefonate oder das Fax kommt nicht an", beschreibt Gesundheitsökonom Mark Kuypers die Tücken der Praxis. Der Geschäftsführer des Solinger Ärztenetzes Solimed hat ein Konzept zur besseren Versorgung von pflegebedürftigen Menschen entworfen. Der elektronische Pflegebericht soll die Abstimmung zwischen behandelnden Ärzten und Pflegepersonal vereinfachen. Anstatt mit dem Patienten darüber zu rätseln, wie wohl der regelmäßig eingenommene Blutdrucksenker heißt oder lange auf die Übermittlung von wichtigen Laborwerten zu warten, genügt ein Blick auf den Computer, um zu sehen, was ein Arzt wissen muss. Schon seit Jahren erhalten Mitglieder des Netzwerks einen Gesundheitspass, auf dem die wichtigsten medizinischen Daten vermerkt sind.

Solimed arbeitet mit der St. Lukas Klinik, dem Städtischen Klinikum und dem Krankenhaus Bethanien zusammen. Bereits 2007 verbesserten die Arztpraxen des Netzwerks mit Hilfe der Software Comdoxx ihren Datenaustausch. Der nächste Schritt soll nun die Einbeziehung der Pflegeeinrichtungen in das Projekt sein: Partner sind dabei das Haus Ahorn des Seniorenzentrums Bethanien, das katholische Altenheim St. Joseph, das evangelische Altenzentrum Cronenberger Straße, sowie die ambulanten Pflegedienste Medicus und Bethanien mobil.

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"Einen elektronischen Pflegebericht gibt es in Deutschland bislang nicht", hebt Mark Kuypers die Bedeutung des mit EU- und Landesmitteln geförderten Projekts hervor. Die Erweiterung der Datenvernetzung soll insgesamt rund 1,6 Millionen Euro kosten. Mittelfristig soll das Modell zur Patientenbetreuung weit über die Grenzen der Klingenstadt hinweg Anwendung finden. Bis die Pläne umgesetzt werden können, liegt allerdings noch ein längerer Weg vor den Initiatoren. "Seit März treffen wir uns in Arbeitsgruppen, die Förderung läuft bis 2015", berichtet Kuypers.

An den Workshops nehmen neben Ärzten und Pflegern auch Vertreter der am Projekt beteiligten Krankenkassen AOK Rheinland und Barmer GEK teil. Um den Datenschutz zu gewährleisten, müssen alle von Solimed versorgten Heimbewohner dem Austausch ihrer Daten im Vorfeld schriftlich zustimmen. Von den bisherigen Ansprechpartnern würden die Pläne als "ideal" wahrgenommen, versichert Kuypers.

(RP)
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