Hauptbahnhof Solingen: Hotelprojekt vor Durchbruch

Entwicklung Ohligs-Ost: Hotelprojekt am Hauptbahnhof geht auf Zielgerade

Jahrelang wurde um ein neues Hotel an der Ostseite des Solinger Hauptbahnhofs in Ohligs gerungen. Nun ist der Durchbruch geschafft. Ein Investor hat eine der nötigen Grundstücke gekauft. Der zweite Abschluss steht kurz bevor.

In Solingen gibt es wohl kaum ein anderes Viertel, das sein Aussehen in der zurückliegenden Zeit vergleichbar verändert hat. Galt die Gegend hinter dem Hauptbahnhof lange Jahre als eine Schmuddelecke, gehört Ohligs-Ost heute zu den gefragtesten Adressen in der Stadt. Schon vor einer Weile hat der IT-Entwickler Codecentric seinen futuristisch wirkenden Firmensitz an der Hochstraße bezogen. Im Sommer soll nach mehrjähriger Bauzeit das Galileum an der Tunnelstraße eröffnen. Und nun nimmt ein weiteres Vorzeigeprojekt ebenfalls an Fahrt auf.

So stehen die Verhandlungen zum Bau eines neuen Hotels direkt am Hauptbahnhof mittlerweile vor dem Durchbruch. Das hat Solingens Stadtdirektor Hartmut Hoferichter, der zugleich auch Baudezernent ist, in dieser Woche auf Anfrage bestätigt. „Die Gespräche zwischen den Besitzern der vorgesehenen Grundstücke sowie einem Investor sind so weit gediehen, dass die entsprechenden Verträge ausgearbeitet werden“, sagte Hoferichter. Zwar sei zu erwarten, dass bis zum eigentlichen Abschluss noch einige Wochen vergingen. Gleichwohl zeigte sich der Stadtdirektor zuversichtlich, im anstehenden Frühjahr endgültig Grünes Licht signalisieren zu können.

Tatsächlich sind als Standort für das zukünftige Hotel zwei Flächen am Osteingang des Solinger Hauptbahnhofes vorgesehen, von denen eine zuletzt schon den Eigentümer wechselte. „Ich habe mein Grundstück verkauft. Es ist alles unter Dach und Fach“, berichtete nun der Solinger Unternehmer Michael Kölker, der wie Stadtdirektor Hoferichter noch einmal die große Bedeutung des Projekts hervorhob. „Das ist eine gute Nachricht für die Stadt“, sagte der Geschäftsführer der ­Forst­­ ­Technologie GmbH & Co. KG am Freitag im Gespräch mit unserer Redaktion.

Dementsprechend steht jetzt lediglich noch der Vertragsabschluss bezüglich des zweiten Grundstücks aus, das der Bahnflächen-Entwicklungsgesellschaft (BEG), einer Tochter der Bahn AG und des Landes NRW, gehört. Denn sollten die Verhandlungen zwischen der BEG und dem Investor – wie erwartet – bald ein erfolgreiches Ende nehmen, könnten die nächsten Schritte angegangen werden.

Diese bestehen darin, die konkreten Pläne für den zukünftigen Hotelbau in Angriff zu nehmen. „Dies wird auf Basis des bestehenden Bebauungsplans geschehen“, schilderte Stadtdirektor Hoferichter das weitere Vorgehen. Wobei der Investor selbst in Kontakt zu Partnern steht, die bereits einschlägige Erfahrungen im Hotelbereich gesammelt haben.

Ein wichtiger Punkt, gilt es doch, das Vorhaben auf die Anforderungen potenzieller Kunden abzustimmen sowie die gute Lage zu nutzen. Schließlich verfügt der Solinger Hauptbahnhof über nahezu ideale Verbindungen in die benachbarten Metropolen Köln und Düsseldorf, wo praktisch das ganze Jahr über Messen stattfinden – ohne dass dort allerdings Betten-Kapazitäten in ausreichender Zahl zur Verfügung stünden.

Eine Angebotslücke, die Solingen füllen will. Immerhin existieren schon seit vielen Jahren Überlegungen, den Standortvorteil mit den guten Zuganschlüssen in die rheinischen Großstädte auszuspielen, um auf diese Weise dauerhaft mehr Kaufkraft in die Klingenstadt zu ziehen.

Dabei bleibt das Hotelprojekt an der Ostseite des Bahnhofs aber lediglich ein Mosaikstein zur Reaktivierung von Ohligs-Ost. Weitere Bestandteile der langfristig angelegten Strategie stellen die Ansiedlungen neuer Firmen sowie das bereits erwähnte Galileum dar. Die zukünftige Sternwarte mit Planetarium wird voraussichtlich Anfang Juli dieses Jahres erstmals ihre Pforten öffnen und soll danach möglichst viele Besucher nach Solingen locken, die dann gleichsam in dem Hotel übernachten könnten.

Flankiert wird die Erneuerung des Quartiers zwischen Kamper Straße und Tunnelstraße durch eine Reihe von städtischen Investitionen in die Infrastruktur. So wurden Sauerbreystraße und Hochstraße zuletzt durch Baumbeete freundlicher gestaltet. Und im Jahr 2017 öffnete überdies der Spielplatz Planetenweg, der in Wirklichkeit ein Park mit Spielgeräten ist.

Für rund eine halbe Millionen Euro entstand dort eine attraktive Grünfläche, später einmal als ein Bindeglied zwischen den einzelnen neuen Projekten in Ohligs-Ost fungieren wird.