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Handys mit Falschgeld bezahlt – Solinger vor Gericht

Prozess in Wuppertal : Handys mit Falschgeld bezahlt – Solinger vor Gericht

Seit Oktober 2019 wird beim Landgericht Wuppertal gegen einen 45-jährigen Solinger verhandelt, der sich im September 2015 mit gefälschten 500-Euro-Scheinen in Handy-Läden in Solingen hochwertige gebrauchte Handys erschlichen haben soll.

Mit dem Wechselgeld habe er seinen Lebensunterhalt bestreiten wollen. Die „Blüten“ waren erst nach Einzahlung bei der Bank aufgefallen. Prompt hatte sogar das Bundeskriminalamt Interesse gezeigt – die Qualität der Fälschungen aus dieser Quelle war so ausnehmend gut, dass sogar Banken in Frankreich und Holland darauf reingefallen waren.

In Holland scheinen auch die Fälscher selbst zu sitzen, so vermutete das Gericht nach der Verteilung der Fallzahlen – wo genau aber, dazu konnte oder wollte der Angeklagte an den mehr als zehn Verhandlungsterminen bislang nichts beitragen. Nach seiner Darstellung sei er nur zufällig zu diesen Scheinen gekommen, die seien ihm „als echt“ untergeschoben worden. Er sei also ein Opfer. Das Gegenteil konnte das Gericht ihm bis jetzt nicht nachweisen.

Der Vorwurf der „Beschaffung“ müsste dann wegfallen, wie der Vorsitzende Richter feststellte – übrig bliebe das „In-den-Verkehr-Bringen“. Damit würde sich die Anklage auf Betrug beschränken müssen. Von den vermutlich fünf Fälschungen sind auch nur vier bei der Bank angehalten worden, die fünfte kann also nicht als Falsifikat bewiesen werden. Unklar ist auch die Summe der tatsächlichen Schäden, über den Wert der Handys scheinen die Meinungen auseinander zu gehen.

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Andere Gerichtsverfahren wegen gleichartiger Fälle in Duisburg und Neuss mit unterschiedlichen Beklagten, aber wohl der gleichen Fälschungsquelle, seien eingestellt worden. Darauf wies der Anwalt des Solingers hin. Auch hier ging es um eine ähnliche Zahl der gut gemachten Blüten, einmal waren es zehn, einmal zwölf angebliche 500er, die aufgefallen waren. Wenigstens trugen die Scheine nicht die gleichen Seriennummern, wie das Gericht betonte – Anfänger scheinen die unbekannten Fälscher wohl nicht zu sein.

Das Gericht hofft, durch bislang verschobene Zeugenvernehmungen bis Ende Mai mehr Klarheit zu bekommen. Dabei soll auch die umfangreiche Telefonüberwachung ausgewertet werden, die 37.000 Seiten in der Akte umfasst.