Solingen: Handballer wollen neue Halle für 6000 Fans

Solingen : Handballer wollen neue Halle für 6000 Fans

Der Bergische HC hat eine Bedarfsanalyse für einen Neubau vergeben. Eine größere Halle könnte auch für andere Veranstaltungen als Handball dienen. Idealer Standort wäre an der Grenze zu Wuppertal.

Die Spannung steigt. Morgen Abend treten die Handballprofis des Bergischen HC beim TBV Lemgo an. Dann wird sich zeigen, ob die Mannschaft von Trainer Sebastian Hinze als augenblicklicher Bundesliga-Achter den Vorsprung auf den 13. der Tabelle halten oder sogar ausbauen kann.

Die Bundesliga-Handballer des BHC tragen acht ihrer 17 Partien in der Saison 2013/14 in der Klingenhalle aus. Ein Problem ist, dass die Sicht von den neuen Plätzen unterhalb der Empore schlecht ist. Foto: Köhlen

In anderer Hinsicht hat aber die Konkurrenz aus Ostwestfalen/Lippe die Nase vorn. Während sich der BHC in Solingen und Wuppertal mit den unmodernen und zu kleinen Spielstätten Klingenhalle und Unihalle begnügen muss, verfügt Lemgo mit der Lipperlandhalle über ein modernes Zuhause. Knapp 5000 Fans finden darin Platz. Es gibt 250 Logenplätze sowie 600 Business-Seats. Und darüber hinaus zieht der TBV dreimal pro Saison ins Gerry-Weber-Stadion im benachbarten Halle, wo das Fassungsvermögen sogar bei über 11 000 Zuschauern liegt.

Verhältnisse, von denen der Bergische HC bislang nur träumt. Deshalb hat der Verein jetzt eine Bedarfsanalyse für einen Hallenneubau im bergischen Städtedreieck in Auftrag gegeben. So soll herausgefunden werden, ob in der Region auch jenseits des Profihandballs die Nachfrage nach einer solchen Arena besteht, wie viele Plätze der Bau haben muss und wo genau die Halle entstehen kann.

Dabei hat der BHC selbst bereits konkrete Vorstellungen, welche Bedingungen eine neue Halle zu erfüllen hat. "Aus unserer Sicht sollte die Kapazität bei 5000 bis 6000 Zuschauern liegen", sagte gestern BHC-Geschäftsführer Jörg Föste. Daneben müssten für die Besucher genügend Parkplätze zur Verfügung stehen. Und überdies benötige eine neue Spielstätte des Bergischen HC eine gut erreichbare Verbindung "zu den Autobahnen A 46 oder A 1", so Föste.

Letzteres könnte bedeuten, dass die Profi-Handballer demnächst auch in Remscheid eine neue Heimat suchen. Wünschenswert ist eine solche Lösung aus Sicht der Vereins-Verantwortlichen jedoch nicht. "Ideal wäre für uns eine Halle an der Schnittstelle zwischen Solingen und Wuppertal", sagte Jörg Föste, der am Mittwoch weder einen Neubau am Stadtrand noch "in einer urbanen Lage" ausschließen wollte.

Zwar betonte der Vereinschef gestern ausdrücklich, diese Überlegungen zu Lage sowie Kapazität der Halle seien lediglich der "eingeschränkten Sicht" des Bergischen HC entsprungen. Gleichzeitig ließ Föste aber keinen Zweifel daran, dass die Zeit drängt. Die Möglichkeiten, unter den momentanen Rahmenbedingungen Erstliga-Handball in der Region zu bieten, seien "endlich", sagte der BHC-Geschäftsführer.

Tatsächlich entsprechen sowohl die Unihalle als auch die Klingenhalle nicht mehr den Erfordernissen des heutigen Profisports. Während in Wuppertal an Spieltagen unter der Woche der Verkehr wegen des parallel laufenden Universitätsbetriebs regelmäßig zusammenbricht und kaum Parkraum vorhanden ist, stehen in Solingen wiederum viel zu wenig attraktive Sitzplätze für Sponsoren zur Verfügung.

Daran änderten auch die im Sommer von der Stadt vorgenommenen baulichen Veränderungen im Inneren der Klingenhalle nichts. Denn die 200 zusätzlichen Plätze, die auf der Gegengeraden entstanden, bieten großteils eine nur eingeschränkte Sicht auf das Spielfeld. Der Grund: Die neuen Stühle unterhalb der Empore wurden in mehreren hintereinanderliegenden Reihen aufgestellt, wobei die Höhenunterschiede allerdings lediglich minimal sind.

(RP)
Mehr von RP ONLINE