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Handball-Bundesliga: Bergischer HC gegen HC Erlangen in der Klingenhalle ohne Zuschauer

Entwicklung der Corona-Zahlen in Solingen : BHC-Spiel in Klingenhalle ohne Zuschauer

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist am Dienstag weiter nach oben gegangen. Darum kann die Handballpartie zwischen dem Bergischen HC und Erlangen nicht vor Fans über die Bühne gehen. Der Club reagiert enttäuscht.

Die Handball-Profis des Bergischen HC müssen bei der Heimspiel-Premiere am heutigen Mittwochabend ohne die Unterstützung ihrer Fans auskommen. Denn nachdem die Corona-Fallzahlen in Solingen bereits am zurückliegenden Wochenende stark nach oben gegangen waren, gab es nun noch einmal einen Anstieg der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz – weswegen das Handball-Bundesligaspiel in der Klingenhalle gegen das Team des HC Erlangen jetzt unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden wird.

Das hat ein Sprecher der Stadt Solingen am Dienstagnachmittag auf Nachfrage bestätigt. „Der Verein und die Stadt haben sich angesichts der neuesten Entwicklung darauf verständigt, das Erlangen-Spiel ohne Zuschauer durchzuführen“, sagte der Sprecher. Zuvor war bekannt geworden, dass die für die Bewertung der Corona-Lage vor Ort zurzeit als maßgeblich angesehene Kennzahl, also die Sieben-Tage-Inzidenz, in der Klingenstadt weiter gestiegen war: von 46,7 am Montag auf nunmehr 48,5 neue Fälle in der vergangenen Woche.

Damit nähert sich der Wert immer deutlicher der kritischen Schwelle von 50, ab der die Verantwortlichen in den Kommunen angehalten sind, zusätzliche Schritte ins Auge zu fassen. Zumal nicht allein die Inzidenz nach oben weist, sondern auch die Zahl der aktuell Infizierten mit 119 betroffenen Personen in Solingen einen neuen Höchststand erreicht hat.

So ist die Anzahl der Corona-Neuinfektionen von Montag auf Dienstag um weitere zehn Fälle angewachsen. „Zu den bereits bekannten Erkrankungen an fünf Schulen und einer Kita ist ein Altenheim hinzugekommen. Die übrigen Fälle kommen aus dem privaten Umfeld sowie aus Gastronomie- und Gewerbebetrieben“, hieß es vonseiten der Stadt. Bei dem Fall im Seniorenheim handelt es sich um eine erkrankte Mitarbeiterin im Altenheim St. Joseph in Ohligs.

Währenddessen setzte das Gesundheitsamt seine Bemühungen fort, die Kontakte der Infizierten zu recherchieren, und sprach zusätzliche Quarantänen aus. Augenblicklich sind insgesamt 1107 Solinger von Amtswegen dazu verpflichtet, die eigenen vier Wände nicht zu verlassen.

Der Bergische HC reagierte derweil mit großer Ernüchterung auf die Entscheidung, das Bundesliga-Duell gegen den HC Erlangen nun doch vor leeren Rängen austragen zu müssen. „Für uns stellt das eine riesige Enttäuschung dar“, sagte BHC-Geschäftsführer Jörg Föste am Dienstagabend im Gespräch mit unserer Redaktion.

So habe der Verein über Wochen hinweg und bis zuletzt daran gearbeitet, ein tragfähiges Konzept umzusetzen. Und darüber hinaus habe es am Dienstagnachmittag, so Föste, sogar noch einmal eine Unterredung zwischen Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) sowie NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) gegeben. Aber am Ende habe auch dies nichts genutzt. Jörg Föste: „Stadt und Verein haben sich den Landesvorgaben beugen müssen“.

Nun hofft der Verein, dass das nächste Heimspiel am Donnerstag kommender Woche, 15. Oktober, gegen die HSG Wetzlar vor Fans stattfinden kann. Gleichzeitig verdeutlichte Geschäftsführer Föste einmal mehr die schwierige Lage angesichts der nach wie vor bestehenden Unsicherheit. Davon seien sowohl Fans, als auch Athleten betroffen. „Die Situation ist für uns schon seit längerer Zeit unerträglich. Wir sehnen den Tag herbei, an dem wir unser eigenes Schicksal wieder selbst in die Hand nehmen können“, sagte Jörg Föste.